Wien/Wiesbaden - In seinem achten Profijahr ist Georg Totschnig erstmals in die Kapitänsrolle geschlüpft. Der 29-jährige Tiroler wurde am Mittwoch Abend in Wiesbaden offiziell als neue Nummer eins des Gerolsteiner-Radteams vorgestellt. Totschnig will mit der Aufgabe wachsen: "Ich möchte meine Freiheiten nützen", sagte der frühere Telekom-Fahrer, der sich auf Rundfahrten konzentrieren und dort die Unterstützung seiner Kollegen genießen wird. Unter den 19 Fahrern des Rennstalls sind vier weitere Österreicher: Rene Haselbacher, Thomas Mühlbacher, Peter Wrolich sowie Neuling Hannes Hempel. Probleme beim Aufbautraining Das Einrollen für seine Anfang Februar auf Mallorca beginnende Saison ist für Totschnig nicht ganz problemfrei verlaufen. Da gab es einen Daumenbruch nach einem Fast-Zusammenstoß mit einem Auto und schließlich am vergangenen Donnerstag noch einen Muskelfaserriss in der linken Wade, der einige Tage Trainingspause erzwang. Die großen Erwartungen des Zillertalers bremst das aber nicht. "Meine Zeit kommt im April, bei der Trentino-Rundfahrt will ich so weit sein, dass ich vorne mitfahren kann." Eine gute Saisonplanung Totschnig hat im Vorjahr zahlreiche Top-Ten-Platzierungen erreicht und hat daher viel zu verteidigen. Das macht ihm keine Kopfzerbrechen. "Denn ich will ja noch Punkte dazugewinnen", meinte der Familienvater selbstbewusst. Eine gute Saisonplanung soll es ermöglichen. Anders als bei Telekom, wo er im Mai und Juni für die Tour de France-Qualifikation Spitzenresultate eingefahren hatte (die dann doch nicht reichten), ist nun für Regeneration zwischen den Rennen gesorgt. "Dann kann ich eine gute Form sicher länger halten", sagte Totschnig. Der Höhepunkt Saisonhöhepunkt für Gerolsteiner soll neben der Deutschland-Tour, deren Strecke dem Bergspezialisten Totschnig weniger entgegen kommt, die Tour de Suisse werden. Klappt es mit dem erhofften Startplatz, dann müsste Österreichs Radsportler des Jahres auf die Bank-Austria-Tour verzichten, die unmittelbar vor der TdS endet. "Der Abstand ist zu kurz und nur zum Training fahre ich die Österreich-Rundfahrt nicht", sagte der Vorjahrssieger des heimischen Großereignisses. Den Druck mache ich mir selbst Totschnig wirkt locker, sieht sich nicht unter Druck ("Den mache ich mir auch selbst") und klingt optimistisch, wenn er über die Ziele seines neuen Arbeitgebers spricht. "Das Team hat viel Potenzial. Wenn wir alle noch etwas besser werden, dann ist alles möglich und wir können einen Platz in der ersten Division schaffen." Team Gerolsteiner 2001: Georg Totschnig, Rene Haselbacher, Hannes Hempel, Thomas Mühlbacher, Peter Wrolich , Uwe Peschel, Olaf Pollack, Michael Rich, Torsten Schmidt, Tobias Steinhauser, Marcel Strauss, Miguel van Kessel, Uwe Hardter, Andreas Sauerborn, Federico Morini, Volker Ordowski, Saulius Ruskys, Ronny Scholz, Steffen Weigold (APA/dpa)