Wien - Im "Schweine-Skandal" wurden Donnerstag erstmals die Verdachtsmomente durch Untersuchungsergebnisse bestätigt. Nach Angaben von Gerald Grosz, Sprecher von Gesundheitsminister Herbert Haupt (F) wurden 18 von insgesamt 56 getesteten Proben positiv befundet. Drei dieser Proben, bei denen Hinweise auf die Verwendung von Antibiotika festgestellt wurden, kamen aus Niederösterreich, 15 aus der Steiermark. 38 Analysen - drei aus Niederösterreich, 35 aus der Steiermark - fielen negativ aus. 183 Proben eingelangt Bis Mittwoch sind 183 Proben bei der Bundesanstalt für veterinärmedizinische Untersuchungen in Mödling (NÖ) eingelangt. 160 davon stammen aus der Steiermark, 20 aus Niederösterreich und drei aus Oberösterreich. Die Analysen gehen laufend weiter, betonte Grosz. Die Auftrag gebenden Ermittlungsbehörden erhalten die Ergebnisse und entscheiden dann über die weitere Vorgangsweise. Eindeutiger Nachweis Bei den 18 positiven Analysen sei die Verwendung von Antibiotika eindeutig nachgewiesen. "Aber man kann nicht sagen, wie viel und was verwendet wurde", sagte Univ.-Prof. Dr. Walter Schuller, Leiter der Bundesanstalt. Dafür seien zwei weitere Tests notwendig. Diese lassen sich jedoch nicht mit Harn durchführen, sondern erfordere die Analyse von Organen. Tierarzt weist Vorwürfe zurück Ein weiterer von der Tierschutzstiftung "Vier Pfoten" im Zusammenhang mit der so genannten Schweine-Affäre genannter bayerischer Tierarzt hat am Donnerstag die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück gewiesen. Tatsächlich lag im Büro des zuständigen Veterinärlandesrates Hans Achatz (F) gegen den Arzt nichts vor. Dort wurde auch bestätigt, dass einige in den Anzeigen genannte landwirtschaftliche Betriebe schon seit Jahren gar keine Tierhaltung mehr hatten. Jedoch wurde bekannt gegeben, dass ein weiterer Bauernhof aus Verdachtsgründen gesperrt werden musste, damit sind es in Oberösterreich insgesamt fünf. Die 15 positiven Proben aus der Steiermark stammen von drei Bauern, wobei in einem Fall - ein nicht näher genannter größerer Betrieb - eine besondere Häufung festgestellt wurde. Diese Details des erste Screenings teilte der steirische Veterinärdirektor Josef Köfer am Donnerstag mit. Alle acht Betriebe sollten bis auf weiteres gesperrt bleiben. Alle bisherigen positiven Ergebnisse wurden bei Harnproben erzielt, die zum Nachweis von Chloramphenicol, einem seit 1995 verbotenen Chemotherapeutikum, verwendeten Blutproben waren hingegen durchwegs negativ. Insgesamt waren von jedem der acht in der Steiermark gesperrten Betriebe zehn Tiere getestet worden. (APA)