Wien - Sozialminister Herbert Haupt (FPÖ) will den Hauptverband der Sozialversicherungsträger in eine Holding mit nur vier Abteilungen umwandeln: EDV, Finanzen, Medikamentenzulassung und Rechtsfragen. In der "Tiroler Tageszeitung" erläutert er die Ziele der Reform bei den Sozialversicherungsanstalten. In einem ersten Schritt sollen die EDV-Systeme zusammen gelegt werden, weiters wolle man die Sozialleistungen harmonisieren. "Es kann nicht sein, dass ein Tiroler andere Sozialleistungen bekommt als ein Burgenländer oder ein Kärntner", so Haupt. Auch solle der Hauptverband nicht mehr länger eine "Zentrale des ÖGB und der AK" sein. Haupt spricht sich zudem dringend für die Zusammenlegung der Sozialversicherungsanstalten aus. Nach Abschluss der Reform soll es dann nur noch zwei oder drei große österreichweite Gesellschaften und neun Ländergesellschaften geben. Gespräch am Freitag Haupt hat für den morgigen Freitag ein "persönliches Gespräch" mit dem von der Ablöse bedrohten Präsidenten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Hans Sallmutter, angekündigt. Vorher wolle er Sallmutters Zukunft nicht öffentlich diskutieren, so Haupt am Donnerstag. FPÖ-Sozialsprecher Reinhart Gaugg, der für die Nachfolge Sallmutters im Gespräch ist, habe jedenfalls das "Rüstzeug" zum Hauptverbands-Präsidenten. Gaugg sei ein hervorragender Personalvertreter und habe seine Qualitäten in der Wirtschaft bewiesen, so Haupt. Die Selbstverwaltung der Sozialversicherungen sieht Haupt durch die aktuelle Diskussion nicht angetastet. Manche im Hauptverband hätten allerdings die Zeichen der Zeit nicht erkannt und seien - etwa bei der EDV-Zusammenführung oder bei der "ewigen Diskussion" um die Chipcard - säumig gewesen.(APA)