Jerusalem - Israels Regierungschef Ehud Barak hat die jüngsten Gespräche zwischen Beratern des oppositionellen Likud-Chefs Ariel Sharon und Palästinenser-Präsident Yasser Arafat in Wien als "moralisch fragwürdig" kritisiert. Es störe Sharons Vertreter offenbar nicht, zu verhandeln, während in Israel Opfer des Terrorismus begraben würden, sagte der Regierungschef in Tel Aviv. Barak hatte die Verhandlungen in Taba nach der Ermordung zweier Israeli im Westjordanland am Dienstag ausgesetzt. Der Likud-Abgeordnete Meir Shetrit sagte vor Journalisten, das Treffen in Wien zeige, dass Sharon wirklich Frieden wolle. Der Friede - Ein Glückspiel? Der palästinensische Informationsminister Yasser Abed Rabbo bestätigte im ägpytischen Taba, Arafats Wirtschaftsberater Mohammed Rashid habe mit Sharons Vertrauten gesprochen. Rabbo sagte, bei dem Treffen sei es um Wirtschafts- und Handelsfragen, aber auch um die Premier-Wahl in Israel gegangen. Der palästinensische Botschafter in Wien, Faisal Oweida, hatte zuvor erklärt, alleiniger Zweck der Begegnung sei die Wiedereröffnung des von den Casinos Austria betriebenen "Oasis"-Casino in Jericho gewesen. An dem Treffen in der Nacht auf Donnerstag nahmen Sharons Sohn und Wahlkampfleiter, Omri Sharon, der frühere israelische Außenamts-Chef Eytan Bentsur und der Wirtschaftsberater von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat, Mohammed Rashid, teil. Rashid sei allerdings in seiner Eigenschaft als Geschäftsmann nach Wien gekommen und nicht als Verteter der Palästinensischen Autonomiebehörde, sagte der Botschafter. Rashid, der auch unter dem Namen Khaled Salam bekannt ist, ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters für die palästinensischen Anteile an dem Casino verantwortlich. Das Casino war im Oktober nach der jüngsten Gewalt-Eskalation im Nahen Osten geschlossen worden. (APA/Reuters)