Wien - Der Rücktritt des nepalesischen Luftfahrtministers Tarini Dutta Chataut nach Vorwürfen in Zusammenhang mit einem Leasing-Geschäft mit der Lauda Air ist nach Darstellung eines Vertreters der österreichischen Fluggesellschaft auf die innenpolitische Lage des Himalayastaates zurückzuführen. Prokurist Ronald Kräftner versicherte am Freitag, die Lauda-Air habe sich ordnungsgemäß an einer Ausschreibung beteiligt König Birendra hatte am Donnerstag den Rückritt von Minister Chataut angenommen. Eine unabhängige parlamentarische Untersuchungskommission hatte ihm vorgeworfen, der Forderung nach einer weltweiten Ausschreibung für das Leasing eines Flugzeugs für die staatliche Royal Nepal Airlines nicht nachgekommen zu sein. Die oppositionellen Kommunisten in Nepal fordern seit längerem den Rücktritt von Ministerpräsident Girija Prasad Koirala wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Lauda-Deal. Zuschlag für Lauda-Air Laut Kräftner hat die Lauda-Air mit der nepalesischen Luftlinie einen etwa einjährigen Leasing-Vertrag für eine Boeing 767 geschlossen. Dabei habe sie sich an einer Ausschreibung beteiligt. Ein Mitbewerber sei aus dem Rennen ausgestiegen und Lauda-Air habe schließlich den Zuschlag erhalten. Darüber hinaus verfüge Lauda-Air im Gegensatz zu anderen Interessenten über Erfahrungen in Nepal und habe eine Crew in Kathmandu stationiert. Die Turbulenzen in der nepalesischen Regierung führt der Lauda-Vertreter auf innenpolitische Streitigkeiten zurück. Die Angriffe auf Chataut wegen des Lauda-Deals seien nur ein Teil der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen, es gebe "wesentlich gröbere Korruptionsvorwürfe". (APA)