Ankara/Istanbul - Die türkische Polizei hat am Donnerstag in Ankara den Hauptsitz der Menschenrechtsvereinigung durchsucht und dabei Computerfestplatten und große Mengen Unterlagen beschlagnahmt. Husnu Ondül, der Vorsitzende der Organisation, sagte, die Polizei habe nach eigenen Angaben Presseberichten nachgehen wollen, wonach die Vereinigung finanzielle Unterstützung von Griechenland erhalten habe. Ondül sagte weiter, die Beamten hätten alle Unterlagen aus den vergangenen 15 Jahren beschlagnahmt. Ondül warf der Regierung vor, die Menschenrechtsgruppen mit der Aktion einschüchtern zu wollen. Auch der Internationale Menschenrechtsverband und die Weltorganisation Gegen Folter sprachen von Repressionsmaßnahmen. Die türkische Menschenrechtsvereinigung organisiert regelmäßig Kundgebungen, um auf Misshandlungen und Folter in Gefängnissen und auf Polizeistationen aufmerksam zu machen. Unterdessen nahm die Polizei nahe der westtürkischen Stadt Izmit vorübergehend 21 Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace fest, die gegen eine Chemiefabrik protestiert hatten. Greenpeace wirft den Betreibern der Anlage vor, giftige Abwässer und Schwermetalle ins Meer zu leiten. Die Umweltschützer wurden nach ihrer Vernehmung wieder freigelassen. (APA/AP)