Buenos Aires/Quito - Der Kapitän des vor den Galapagos-Inseln auf Grund gelaufenen Tankschiffes "Jessica" ist nach seiner Festnahme in eine Krankenstation gebracht worden. Tarquino Arevalo, der die Verantwortung für die Havarie und damit für die Ölverschmutzung der Gewässer um die ökologisch einzigartigen Inseln im Pazifik übernommen hatte, habe über starke Leibschmerzen geklagt, berichteten lokale Medien am Donnerstag. Zuvor hatte er ausgesagt, eine Boje mit einem Leuchtfeuer verwechselt zu haben und sein Schiff deshalb ungewollt auf eine Sandbank gesteuert zu haben. Auch die 13 anderen Besatzungsmitglieder wurden zum Verhör festgenommen. Bemühungen, den Havaristen zu stabilisieren, um ihn anschließend frei zu schleppen, mussten am Donnerstag wegen der starken Dünung vorerst abgebrochen werden. Gefahr der Ölverschmutzung weitgehend gabannt Die Gefahr einer unmittelbaren Verschmutzung der Strände und Küstenfelsen durch die ausgelaufene Ladung von fast 900.000 Litern Treibstoffen schien unterdessen weitgehend gebannt. Das meiste Öl sei vom Wind aufs Meer hinaus getrieben worden. Ein kleinerer Öl-Teppich bedrohte jedoch die Insel Espanola, schrieb die Zeitung "Comercio" (Quito). Das Öl habe die Sandbank "Banco Ruso" zwischen den Inseln Espanola und Floreana erreicht, teilte Washington Tapia vom Nationalpark mit. Dort solle die klebrige Masse von Hand eingesammelt werden, um Espanola und Floreana zu schützen. Dort leben Albatrosse, Seelöwen und Meeresechsen und auch Pinguine. Bereits zuvor war Öl an den Strand der Bahia Tortuga auf der Insel Santa Cruz gespült worden. Dort leben Leguane, Seelöwen, Albatrosse, Pelikane und andere Seevögel. Freiwillige sammelten die klebrige Masse ein und bisher seien dort noch keine ölverschmierten Tiere gesichtet worden, berichtete der World Wide Fund for Nature (WWF). Auf der Insel Santa Fe wurden hingegen einige Seelöwen von dem Öl in Mitleidenschaft gezogen, teilte WWF-Deutschland unter Berufung auf ihren Mitarbeiter vor Ort, Carlos Valle, weiter mit. Insgesamt 26 Jungtiere seien gesäubert worden. (APA/dpa)