Wien - ÖGB und Arbeiterkammer (AK) fordern eine rasche Novellierung des Gleichbehandlungsgesetzes. Berücksichtigt werden sollten klare und effektive Regelungen für den Diskriminierungsschutz von Frauen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen sowie bei Ausgliederungen. Noch bestehende Höchstgrenzen beim Schadensersatz sollten abgeschafft, der Schadensersatz bei sexueller Belästigung angehoben werden. Mehr Schutz für Diskriminierungsopfer Weitere Forderungen für eine Gesetzesnovelle, die Donnerstag Abend bei einem Hintergrundgespräch erhoben wurden: Diskriminierungsopfer besser vor Benachteiligung schützen, die Beweislast zu Gunsten der Arbeitnehmerinnen verbessern und die Kompetenzen der Gleichbehandlungsanwältin ausbauen bzw. stärken. Ingrid Moritz, die Leiterin der AK-Frauenabteilung, sprach sich zudem für eine Verbesserung des Rückkehrrechts nach der Karenz aus. Arbeitnehmerinnen, die in der Probezeit schwanger würden, hätten grundsätzlich keine Chance mehr, im Betrieb zu bleiben. Befristete Dienstverhältnisse würden meist nicht mehr verlängert. Aber auch Angestellte hätten mit Hürden zu kämpfen. Verschlechternde Versetzungen nach der Rückkehr, Aufforderungen zur einvernehmlichen Beendigung des Dienstverhältnisses, Änderungen der Arbeitszeit oder die Versetzung in eine weit entfernte Filiale stünden auf der Tagesordnung. Fällt Kündigungsschutz? Moritz, aber auch die AK-Juristin Neda Bei, sehen hier bei einer Neuregelung des Karenz- bzw. dann Kindergeldes neue Probleme auf junge Mütter zukommen. "Knackpunkt" sei dabei die Regelung des Zuverdiensts. Derzeit sei mit der Zuverdienstgrenze auch der Kündigungsschutz verbunden. Möglicherweise könnten also mit der Neukonzeption des Kindergeldes, das dann keine Versicherungsleistung mehr wäre, wesentliche Bestimmungen des derzeitigen Arbeitsrechts "ausgehebelt" werden. Weitere offene Frage: Was passiere mit Frauen, die nach Bezug des Kinderbetreuungsgeldes arbeitslos seien? (APA)