Rom - Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat alle Länder, nicht nur die westeuropäischen Staaten, dazu aufgerufen, die mit der Rinderseuche BSE verbundenen Gefahren ernst zu nehmen und Vorsorgemaßnahmen zu treffen. "Es ist erforderlich, Menschen und Nutztiere sowie die Futtermittel- und Fleischindustrie zu schützen", hieß es in einer Aussendung. "In der Europäischen Union ist die Situation bedenklich," so die FAO. So seien in mehreren EU-Staaten, die bisher als BSE-frei galten, inzwischen Rinder an der Seuche erkrankt. Auch seien Menschen außerhalb Großbritanniens, in mehreren EU-Staaten, an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit erkrankt, oder es gebe Verdachtsfälle. Da noch zu wenig über die Seuche bekannt sei, rief die FAO dazu auf, das BSE-Problem und die Übertragung der Krankheit stärker als bisher zu erforschen. Importrisiko Nach Einschätzung der FAO besteht ein Risiko für alle die Länder, die seit den achtziger Jahren aus Westeuropa, insbesondere Großbritannien, Rinder oder Tiermehl importiert hätten. Noch in der jüngsten Vergangenheit hätten Staaten große Mengen eingeführt. Die FAO unterstützt die Maßnahmen der EU zur Bekämpfung der Seuche. Es sei dringend geboten, die Risikoabschätzung zu verbessern und auf andere Länder und Regionen auszuweiten. BSE-gefährdete Staaten sollten konkrete Schritte zur Überwachung und Kontrolle von Rindern, Tiermehl und der Fleischindustrie einleiten. Dies bedeute, Proben von geschlachteten Tieren auf BSE zu untersuchen, Schlachtabfälle sicher zu beseitigen sowie Innereien und anderes Risikomaterial besser zu verarbeiten. Die Länder sollten das sogenannte "Hazard Analysis and Critical Control Point System" anwenden, das darauf abzielt, die gesamte Nahrungskette auf mögliche Probleme zu untersuchen und diese zu beseitigen. Dies gelte für die Produktion von Tiermehl, die Nutzung von Rohmaterialien, die Übertragung von Erregern bei der Herstellung von Tiermehl, die Kennzeichnung und den Transport von Futter, die Überwachung von Importen, Schlachtmethoden und die Beseitigung von Abfällen. (APA)