Straubing - Wie der Leiter der Staatsanwaltschaft Regensburg, Peter Schuchardt, am Freitag erklärte, wurde der Tierarzt Roland Fechter bereits am Donnerstagabend festgenommen. Der Richter habe auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetzes erlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Veterinärmediziner vor, illegal Medikamente an Landwirte geliefert zu haben. Weitere Tierärzte sollen Medikamente verbreitet haben Neben Fechter sollen noch weitere Tierärzte die Medikamente aus Niederbayern illegal in Deutschland und Österreich verbreitet haben. Die Praxis des Veterinärs stand schon länger im Zentrum der Ermittlungen. Fechter soll mit Kollegen mehrere hundert Schweinemäster illegal mit Antibiotika und Hormonen versorgt haben. Die Medikamente können über den Fleischverzehr zu lebensbedrohlichen Antibiotika-Resistenzen beim Menschen führen. Vorwürfe zurückgewiesen Erst am vergangenen Mittwoch hatte Fechter in Graz bei einer Pressekonferenz die Vorwürfe als "absurd" zurückgewiesen. Der Tierarzt sagte nach einer Besprechung mit seinem Anwalt, er habe "niemals" Hormone zur Wachstumsförderung abgegeben und auch "niemals" so genannte "Cocktails, in welcher Form auch immer, weitergegeben". Mitglied des Schweinegesundheitsdienstes in Oberösterreich Fechter war unter anderem Mitglied des Schweinegesundheitsdienstes in Oberösterreich und in der Steiermark, wobei in der Steiermark die Organisation durch den Austritt der steirischen Tierärztekammer vor einigen Wochen ohnehin schwer ins Trudeln gekommen ist. Vertraglich sind die Tierärzte allerdings noch bis Jahresende gebunden. Medikamenteneinführung seien "völlig legal" gewesen Der 36 Jahre alte Tierarzt präsentierte in Graz seine Sicht der Dinge: Sämtliche Medikamenteneinfuhren nach Österreich seien "völlig legal und am Boden der österreichischen und EU-Gesetzgebung" erfolgt. Eine Weitergabe von Medikamenten sei ausschließlich dann erfolgt, "wenn sie medizinisch indiziert" war und nur "im Rahmen von ordnungsgemäßen Betreuungsverhältnissen zu Landwirten". Betreitet einer der "Autobahntierärzte" zu sein Fechter bestritt auch entschieden, einer der ins Gerede gekommenen "Autobahntierärzte" gewesen zu sein, das heißt, quasi "mobil" Medikamente verkauft zu haben: "Ich hab niemals Medikamente welcher Art auch immer auf Autobahnraststätten an Landwirte oder andere Personen abgegeben", betonte der Veterinär. Er verwende nur zugelassene Medikamente und habe "niemals" welche aus Ostblock-Ländern zugekauft, so seine Argumentation. Im übrigen sei auch der Vorwurf, er sei "der Kopf eines Medikamentenhändlerringes", "absurd". Hausdurchsuchungen bei den Bauern Über seinen Werdegang - warum er überhaupt als deutscher Tierarzt in der Steiermark aktiv geworden ist - berichtete Fechter, er habe im Spätherbst vergangenen Jahres die Betreuung von Schweinebauern übernommen. Fechter ging auch in die Offensive gegen ansässige Tierärzte: Bereits im vergangenen Dezember sei es "offenbar über Betreiben des bisher bei diesen Bauern beschäftigten Tierarztes zu Hausdurchsuchungen bei den Bauern gekommen". Die von ihm betreuten Schweinezüchter seien darüber hinaus schriftlich von der steirischen Erzeugergemeinschaft aufgefordert worden, ihm das Betreuungsverhältnis zu kündigen. (APA/dpa)