Washington - US-Präsident George W. Bush hat am Freitag erneut einen einseitigen Abbau von Atomwaffen angekündigt und zugleich seinen Willen bekräftigt, das umstrittene Raketenabwehrsystem NMD zu bauen. Bush sagte am Freitag vor Journalisten in Washington, die USA wollten die Welt sicherer machen. Dazu gehöre die Einlösung des Wahlversprechens, mehr Atomwaffen abzubauen als bereits mit Russland vereinbart. Auch der neue Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, die USA hielten an den NMD-Plänen fest, die vor allem von Russland und China abgelehnt werden. Das weltraumgestützte System sei nicht gegen Russland gerichtet. Dies müsse die Regierung in Moskau einsehen, sagte Rumsfeld. NMD umstritten Der russische Außenminister Igor Iwanow hat seinem neuen US-Kollegen Colin Powell nach US-Angaben ein Treffen vorgeschlagen. Wann es dazu komme, sei aber noch offen, hieß es im US-Außenministerium. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates sagte, die neue US-Regierung plane eine umfangreiche Bestandsaufnahme der Beziehungen zu Russland. Bush hatte Russland gegenüber mehrfach härtere Töne angeschlagen als sein Vorgänger Bill Clinton, der auf eine enge Zusammenarbeit mit der russischen Regierung und eine finanzielle Förderung ihrer Reformversuche setzte. Das NMD ist auch innerhalb der NATO umstritten. Bushs Vorgänger Bill Clinton hatte für NMD zwar forschen lassen, die Entscheidung über die Stationierung aber Bush überlassen. Das Raketenabwehrsystem soll die USA vor Angriffen von Staaten wie Nordkorea, Iran oder Irak schützen, die von den USA als unberechenbar eingestuft werden. (APA/Reuters)