Mainz - Der Autor des umstrittenen "Mescalero"-Nachrufs auf den 1977 ermordeten deutschen Generalsstaatsanwalt Siegfried Buback will sich von der zentralen Passage des Schreibens nicht distanzieren. Zwar schmerze ihn heute die "Grässlichkeit und die persönlich auf Buback gemünzte Sprache", sagte der 53-jährige Literaturwissenschaftler Klaus Hülbrock am Montagabend im ARD-TV-Magazin "Report Mainz". Doch die Formulierung "klammheimliche Freude" über den Tod Bubacks sei noch immer etwas, "von dem ich mich nicht distanzieren möchte". Denn schon das Wort "klammheimlich" im Zusammenhang mit Freude zeige eine Bedenklichkeit an, die damals völlig unter den Tisch gekehrt worden sei, sagte Hülbrock, der heute in Ostdeutschland als Dozent arbeitet. Der ehemalige Göttinger Student hatte sich am Wochenende nach 23 Jahren als "Mescalero"-Autor selbst enttarnt und öffentlich zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief an den Sohn des Opfers, Michael Buback, schrieb er, dass der grüne Umweltminister Jürgen Trittin "wirklich nichts damit zu tun hat". Wegen des 1977 in Göttingen verfassten anonymen Nachrufs war Trittin in den vergangenen Wochen von Buback heftig kritisiert und zu einer Distanzierung aufgefordert worden. Der Grünen-Politiker, der damals in der linken Göttinger Studentenszene aktiv war, hatte die Autorenschaft stets bestritten und erklärt, er kenne den Verfasser nicht. (APA/AP)