Brüssel - Die EU-Kommission in Brüssel nimmt heuer 400 bis 600 Leute auf, zum Großteil Akademiker mit wirtschaftlicher oder juristischer Ausbildung und Berufserfahrung. Wer einen der Posten mit einem Brutto-Jahresgehalt ab 900.000 S haben will, muss sich einer EU-weiten Prüfung unterziehen. Es dürfte für Österreicher auf viele Jahre die letzte Chance sein, in der EU-Behörde unterzukommen. Denn die nächsten großen Ausschreibungen sollten schon auf Bewerber aus neuen Mitgliedsländern beschränkt sein. Zuletzt wurden 1998 nach einem großen Auswahlverfahren 469 Stellen besetzt. Dafür hatte die EU-Kommission von 60.000 Interessenten 30.000 zugelassen, doch nur 16.000 traten an. Im ersten groben multiple-choice Test wurden davon 1.370 für die schriftliche Prüfung ausgewählt, etwa die Hälfte blieb schließlich für eine "Reserveliste" übrig. Die Österreicher schnitten 1998 schlecht ab, zeigt die Statistik. Während noch dem Anteil an der EU-Bevölkerung entsprechend 2,16 Prozent der Teilnehmer Österreicher waren, kamen nur 1,49 Prozent der erfolgreichen Kandidaten aus Österreich. Fast 30 Prozent der Bewerber und 19 Prozent der letztlich aufgenommenen Kandidaten stammten hingegen aus Italien. 10 Prozent der Bewerber aber 16,6 Prozent der aufgenommenen Kandidaten waren Deutsche. Deutschland hat 22 Prozent der EU-Bevölkerung. In Deutschland wird nun intensiv darum geworben, dass sich mehr Deutsche für die verschiedenen Ausschreibungen bewerben sollen. Vorbereitungskurse und eine Informationsoffensive sind geplant. In der EU hat die Suche nach Spezialisten für Steuern/Zollunion bereits begonnen, Bewerbungsschluss ist der 2. März. Ende Februar bis Anfang April folgen Ausschreibungen für Finanzkontrolle/Internal Audit und Außenbeziehungen. Später im Jahr sollen dann noch Beamte für die Bereiche Wirtschaft/Finanzen, Justiz und Inneres, Binnenmarkt, Umwelt und Verbraucherschutz gesucht werden. Die Stellen sollen jedenfalls rasch besetzt werden. Gesucht werden vor allem Akademiker mit mindestens drei, in manchen Fällen auch 12 Jahren Berufserfahrung. Eine Fremdsprache ist Voraussetzung. Der Test prüft EU-Wissen, fachspezifisches Wissen, allgemeine Fähigkeiten und Kenntnisse der Fremdsprache. (APA) Die EU-Kommission informiert unter www.europa.eu.int/en/comm/dg09/career/de