New York - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat eine Liste mit Vorschlägen zur Bekämpfung der weltweiten Armut vorgelegt. Annan erklärte in seinem am Dienstag veröffentlichten Bericht, die armen Länder müssten ihre Märkte attraktiver für Investoren aus dem Ausland machen, während die industrialisierten Staaten die Entwicklungshilfe erhöhen und Schulden erlassen sollten. Die internationalen Finanzinstitutionen wurden aufgefordert, sich stärker für die armen Länder einzusetzen. Annan verwies auf den Millennium-Gipfel vom vergangenen September, als Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zugesagt hatten, mehr als eine Milliarde Männer, Frauen und Kinder vor der Armut zu retten. Dazu sollte die Zahl der Menschen, denen pro Tag weniger als ein Dollar (1,087 Euro/15 S) zum Leben bleibt, bis 2015 halbiert werden. Entwicklungshilfe sank Die Vereinten Nationen schätzen, dass von weltweiten Investitionen in Höhe von 7,5 Billionen (8.155 Mrd. Euro/112.213 Mrd. S) Dollar im Jahr 2000 nur 1,7 Billionen (1.848 Mrd. Euro/25.435 Mrd. S) in die Entwicklungsländer flossen. Nur ein sehr kleiner Teil davon kam den ärmsten 49 Ländern zugute. Gleichzeitig sank die Entwicklungshilfe von 60,9 Milliarden Dollar (66,2 Mrd. Euro/911 Mrd. S) 1992 auf 51,9 Milliarden (56,4 Mrd. Euro/777 Mrd. S) im Jahr 1998, wie es in dem Bericht heißt. Annan schlug vor, dass die Entwicklungsländer die Korruption stärker bekämpfen und ihre Zentralbanken und Finanzministerien verlässlicher machen sollten, um private Investitionen anzuziehen. Die reichen Länder sollten den Handel mit Gütern aus Entwicklungsländern liberalisieren. Außerdem sollten sie allen Exporten aus den Entwicklungsländern die zollfreie Einfuhr gestatten, wenn es sich nicht um Waffenlieferungen handelt. Annan forderte die Geberländer auf, in fünf Jahren das Ziel zu erreichen, 0,7 Prozent ihres Bruttosozialprodukts für Entwicklungshilfe bereitzustellen. Der stellvertretende UN-Generalsekretär Nitin Desai räumte ein, dass nicht alle Regierungen den Vorschlägen folgen würden. Der Bericht des Generalsekretärs sei jedoch ein Anfang. (APA/AP)