Salzburg - Allein in Salzburg lagern offiziell etwa 40.000 Samenportionen aus Ländern, die heute mit einer Importsperre belegt sind - unklar ist aber, was mit Stiersamen geschehen soll, die schon lange auf Eis liegen. Die Einfuhr von Rindersamen aus Deutschland ist seit 21. Dezember 2000 verboten. Für andere Länder, die mit BSE konfrontiert sind, besteht dieses Importverbot schon länger. Die Agrarsprecherin der Salzburger Grünen, Landtagsabgeordnete Heidi Reiter, fordert jetzt, dass die Verwendung von Stiersamen aus BSE-Ländern, die vor dem Stichtag gekauft wurden, untersagt wird. Zumindest so lange, bis eine Übertragung der Seuche auf diesem Weg von der Wissenschaft definitiv ausgeschlossen werden könne. Der von Reiter im STANDARD -Gespräch aufgezeigte Widerspruch, dass seit dem Ende des Vorjahres zwar kein Rindersamen mehr aus der BRD importiert werden darf, jener aber, der in den Tagen vorher ins Land kam, weiterhin verwendet werden könne, ist auch Salzburgs Agrarlandesrat Sepp Eisl (VP) aufgefallen. Eisl verlangte schon vor zwei Wochen von Minister Herbert Haupt (FPÖ), ein generelles Verwendungsverbot für deutsche Stiersamen zu erlassen. Bis dato habe Haupt nichts unternommen, ist man im Büro Eisls über die "Untätigkeit des Ministers" irritiert. Auch wenn man die Möglichkeit einer BSE-Infektion über die Zucht für wenig wahrscheinlich halte, hat das Salzburger Landwirtschaftsressort inzwischen selbst die Initiative ergriffen und an die Tierärzte und Besamungsanstalten appelliert, Samen aus BSE-Ländern nicht zu verwenden. Ob diese aber nicht doch weiterhin zur Aufrechterhaltung von Zuchtlinien eingesetzt werden, wagt man nicht zu beurteilen. (neu, DER STANDARD, Print-Ausgabe 31. Jänner 2001)