Wien - Die Austrian Airlines (AUA), die direkt bisher 35,9 Prozent an der Lauda Air hielt, hat über weiteren Aktienzukauf die Mehrheit an der Lauda Air gekauft und bereitet ein öffentliches Übernahmeangebt vor, teilte die AUA am Mittwoch Abend mit. Mit der Erfüllung von Aktienkaufverträgen am 31. Jänner hielten die AUA und ihre Tochtergesellschaften insgesamt Anteile an Stimmrechten in der Hauptversammlung der Lauda Air Luftfahrt von 54,6 Prozent. Am Mittwoch wurden 4,9 Prozent Lauda Air-Anteile aus dem Portfeuille der SKWB Schöllerbank übernommen. Der Investor Relations-Manager der AUA, Karl Knezourek, sprach am Donnerstag von einem "wesentlichen Integrationsschritt" in der Austrian Airlines-Gruppe aus AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways. Da die AUA bereits bisher größter Einzelaktionär an der Lauda Air war, "ändert sich de facto gar nicht so viel", so Knezourek. Die Integration der drei Gesellschaften gemäß dem "Stammhaus-Konzept" sei sehr gut auf Schiene. Erste Annährung durch Kooperationsvertrag 1996 Die AUA-Tochter Austrian Lease & Finance (ALF) hielt bisher bereits 2,7 Prozent an der Lauda Air, weitere 11,1 Prozent übernahm die AUA von der Lufthansa. Damit hält die AUA in Summe 54,6 Prozent an der Lauda Air, hieß es am Mittwoch. Die Weichen für die Lauda-Übernahme durch die AUA waren bereits im Jahr 1996 in Form eines Kooperationsvertrags gestellt worden. Im März 1997 kam es zu einer Kapitalverflechtung, indem sich die AUA mit 35,9 Prozent bei der Lauda Air beteiligte. Die Lufthansa hatte damals ihren Anteil von zuvor 39,7 Prozent auf 20 Prozent abgeschichtet. Ex-Lauda-Chef Niki Lauda hielt 30 Prozent. Im zweiten Halbjahr 2000 begann die AUA dann, sich verstärkt um die Mehrheit bei der Lauda Air zu bemühen. Die Übernahme der Mehrheit an der Lauda Air ist ein weiterer Baustein für die Realisierung des geplanten "Stammhaus"-Konzeptes für die AUA-Gruppe. Lauda Air und Tyrolean Airways sollen GmbH werden Die AUA plant die Umwandlung ihrer Tochtergesellschaften Tyrolean Airways (100 Prozent) und Lauda Air (nunmehr 54,6 Prozent) von Aktiengesellschaften in Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH). AUA-Finanzchef Fritz Otti bezeichnete am Donnerstag, bei einer Pressekonferenz eine solche Änderung als "sicherlich sinnvoll". Die AUA wird wie angekündigt noch im Februar ein öffentliches Übernahmeangebot an die Privataktionäre - die derzeit zwischen 6 und 7 Prozent der Stimmrechtsanteile halten - der Lauda legen. Mittelfristig wird erwartet, dass die AUA wie bei Tyrolean Airways einen Anteil von 100 Prozent an der Gesellschaft halten wird. Otti: "Für uns ist aber nicht die Höhe der Mehrheit wichtig, sondern die Möglichkeit Synergiepotenziale zu heben. (APA) (APA)