Wien - Österreichs größter Getränkekonzern, die Brau Beteiligungs AG (BBAG), überlegt einen Wechsel des Börseplatzes. "Wer ist mit dem Finanzplatz Wien schon wirklich zufrieden", deutete BBAG-Vorstandschef Karl Büche einen solchen Abschied aus Wien an. Als einzig mögliche Alternative komme Frankfurt infrage, konkrete Schritte gebe es aber noch nicht. Sollte sich die Wiener Börse allerdings wieder vermehrt auf klassische Werte besinnen, werden die BBAG und Tochter Brau Union, die Ende des Vorjahres aus dem ATX herausgefallen war, "eine gute Position einnehmen können". An der oft kritisierten, mehrgliedrigen Struktur seines Konzerns will Büche festhalten. Neben der BBAG notieren noch die Brau Union sowie die übergeordnete Schwechat AG an der Wiener Börse. "Die Bereinigung einer Gesellschaftsstruktur kostet Geld, das wir bisher lieber in das Konzernwachstum investiert haben", so Büche. Streit Eine solche Investition, nämlich der Zukauf dreier rumänischer Brauereien, hatte den monatelangen "Bierstreit" zwischen verschiedenen Eigentümerfamilien ausgelöst. Diesen Streit wollte Büche, obwohl selbst unter den Eigentümern, am Donnerstag nicht kommentieren. Der Konzernumsatz konnte im Jahr 2000 um neun Prozent auf 922 Mio. EURO (12,7 Mrd. S) gesteigert werden, der Gesamtabsatz stieg um 7,6 Prozent. Das operative Ergebnis lag vor Steuern und Zinsen mit 66,45 Mio. EURO leicht über dem Vorjahreswert von 65,8 Mio. EURO. Für 2001 erwartet Büche zweistellige Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis. Mit 50 Prozent Eigenkapitalquote habe die BBAG Spielraum für weitere Akquisitionen, vorläufig will man aber erst die jüngsten verdauen. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 2.2.2001)