Hamburg - "Titanic"-Produzent William M. Mechanic (50), Jury-Präsident der diesjährigen Berlinale (7.-18. Februar), übt in einem Gespräch mit der "Financial Times Deutschland" scharfe Kritik an Hollywood: "Die Studios gehören Konglomeraten, die keine interessanten Inhalte wollen. Das heißt: Sie fordern wesenlose Genre-Produkte". "Ich war der Mann mit der zweitlängsten Zeit an der Spitze eines Hollywood-Studios. Sieben Jahre war ich bei Fox und die letzten fünf Jahre habe ich das Studio alleine geführt." Die Studiobesitzer - im Falle von 20th Century Fox ist das der Medienmogul Rupert Murdock - haben nach Einschätzung von Mechanic, kein wahres Interesse an Filmen. Mechanic schwärmt von den klassischen Kinogeschichten der alten Studios und von den unabhängig produzierten Werken früherer Jahrzehnte, von "Casablanca" ebenso wie von "Voices". Die aktuellen Produktionen könnten einem Vergleich nicht standhalten, glaubt er. Doch zu diesem Trend wolle er nicht beitragen. Mechanic hat eine eigene Firma gegründet, deren Name noch nicht offiziell mitgeteilt wurde. Als Produzent wird Mechanic auch in Zukunft mit Regisseuren und Schauspielern zusammenarbeiten, zu denen er in seinen Studiojahren gute Beziehungen aufgebaut hat. Gerade entwickle er Projekte mit den Farrelly-Brüdern, Ridley Scott und Tim Burton, hieß es. Mechanics spektakulärster Erfolg neben "Titanic" war "Independent Day". "Titanic" hat 1,3 Milliarden Dollar (über 19 Mrd. S) eingespielt, die Produktionskosten betrugen etwa 220 Millionen Dollar. (APA/dpa)