Wien/Pokljuka - Um die Alpinen zu konkurrieren, beginnen am Samstag in Pokljuka, das ist eine Art St. Anton in Slowenien, die Weltmeisterschaften im Biathlon. Diese Terminkollision ist beabsichtigt, die IBU, der internationale Verband, dem die FIS ziemlich wurscht ist, wollte den nordischen Titelkämpfen in Lahti ausweichen. Der Einfluss des ÖSV auf die IBU ist geringer als gering, nämlich nicht existent, Rennsportdirektor Walter Mayer versteht das sogar: "Nur wir glauben, dass sich die Welt ums Skifahren dreht." Insofern sei es gar nicht so schlecht, dass quasi parallel zu St. Anton geschossen wird. "So sind wir im Fernsehen zwischen Slalomdurchgängen präsent." Inwieweit diese Präsenz Sinn macht, bedarf einer Klärung, Österreichs Biathleten haben in diesem Weltcup keinen Stockerlplatz erreicht. Sie schießen ungenau, dafür haben sie im Langlaufen abgebaut, das gleicht sich nicht wirklich aus. Mayer: "Am Schießstand sind wir brutal langsam." Das ist freilich immer so gewesen, einst konnte aber der gemeine österreichische Biathlet diese Langsamkeit durch seine Schnelligkeit auf der Loipe wettmachen. Mayer: "Diesen Vorsprung haben wir verspielt." Ursachenforschung: "Um vorne mitzuhalten, muss man die Umfänge im Training steigern. Da sind uns Fehler passiert. Im Spitzensport muss man an die Grenze gehen, danach zurückstecken, um wieder die Grenze zu erreichen. Wir sind dummerweise drübergegangen. Weil wir zu euphorisch waren. Und dann war praktisch jeder Athlet verletzt." Die Euphorie resultierte aus der vergangenen WM in Oslo, als Wolfgang Rottmann über 20 km Gold, Ludwig Gredler Silber gewann. Mayer: "Damals konnte wir mit dem Glück spekulieren, diesmal können wir maximal darauf hoffen." Es hoffen: Gredler, Rottmann, Daniel Mesotitsch, Wolfgang Perner und Christoph Sumann. (DER STANDARD-Printausgabe, Freitag, 2. Februar 2001, hac)