STANDARD-Redakteurin Luise Ungerboeck aus Berlin

Die Deutsche Telekom (DT) will mit dem System- und Softwarehaus Debis zum globalen Player der Datenkommunikation aufsteigen. Tragende Säule dabei ist T-Systems, die mit dem Datendienstbereich der DT verschmolzene EDV-Tochter von DaimlerChrysler (Debis), die für den Telekomriesen das Tor zum E-Business aufschließen soll. "Wir rechnen, dass wir in diesem Markt in fünf Jahren ebenso viel zum Umsatz der Deutschen Telekom beitragen wie mit unserem derzeitigen Kerngeschäft, den Telefondiensten", lautet die Vorgabe von DT-Vorstand Josef Brauner. Bis 2004 will sich Europas Nummer zwei mit der Verschmelzung von Telekommunikation und EDV (Stichwort Konvergenz) ein großes Stück vom 100 Mrd. Euro schweren Markt in Westeuropa sichern. T-Systems bringt einen mit 1400 Konzernen gut gefüllten Rucksack mit: Zu den Stammkunden von DT und DaimlerChrysler zählen rund 10.000 Firmen in 23 Ländern. Binnen drei Jahren sollen multinationale Firmen ihr Geschäft vom Festnetz über Mobilfunk bis hin zum Internet komplett über die DT abwickeln können, sagte Christian Hufnagl, Vorstandschef von T-Systems International. Das zweitgrößte Systemhaus in Europa beschäftigt 37.000 Mitarbeiter (davon 17.000 von Debis) und bringt es auf einen Umsatz von elf Milliarden Euro, davon 1,2 Mrd. Euro außerhalb Deutschlands.

Entflechtung in Österreich

Die Eingliederung der Debis in die DT (knapp die Hälfte am Joint Venture hält weiterhin DaimlerChrysler) bleibt auch in Österreich nicht ohne Folgen. Rudolf Gröger, Geschäftsführer von T-Systems International: "Die neue T-Systems wird sich bei Max.mobil als Lieferant anbieten." Das dürfte eine Herausforderung sein, denn derzeit sind die Mäxe fest in der Hand ihres Gründers und Ausrüsters Siemens. "Bei Netzkomponenten sind wir noch unterbelichtet", sagt Hufnagl. Man werde daher Telefonleitungen anmieten, um Kunden wie die Bank-Austria-Mutter Hypovereinsbank versorgen zu können. Ab April werden Debis Systemhaus CAE und die Daimler-Töchter unter der Marke T-Systems auftreten. "Interne Konkurrenz und Doppelgleisigkeiten darf es dabei nicht geben", sagt Hufnagl. Debis ist in Österreich ein IT-Konglomerat mit komplizierten Eigentümerverhältnissen, zu dem die EDVg, Diebold Consulting, Computer Austria und Externa gehören. Insgesamt sind 800 Mitarbeiter beschäftigt. (DER STANDARD, Printausgabe 2.2.2001)