Bill Gates rührte die Werbetrommel - Microsoft will sich nach den Worten des Unternehmensgründer auch künftig auf den Vertrieb von Software konzentrieren. "Programme wie Windows und Office werden auch in fünf bis zehn Jahren noch unsere Hauptprodukte sein", sagte Gates am Donnerstag in Düsseldorf. Umsatz mit ... Verändern werde sich aber die Art, wie mit diesen Programmen Umsatz erzielt werden solle. Statt Software wie bisher einmal zu kaufen, sollten auch Privatkunden künftig Programme bei Microsoft abonnieren können. Mit Großunternehmen gebe es bereits solche Verträge, bei denen Programme regelmäßig aktualisiert werden. Verknüpfen Microsoft setze zudem künftig darauf, über das Internet Programme zu verknüpfen, die auf verschiedenen Geräten laufen, sagte Gates weiter. So könne die Kommunikation zwischen Mitarbeitern, Firmenzentralen und Kunden über klassische PCs, Handy und Taschen-PCs verbessert werden. Als Bestandteil dieser ".Net"-Strategie stellte Microsoft am Donnerstag ein neues Computer-System für den elektronischen Handel (E-Commerce) vor, mit dem auch das Verhalten von Internet-Nutzern verfolgt werden kann. Die Unternehmen könnten mit dem"Commerce Server 2000" die Bedürfnisse potenzieller Kunden genau analysieren und ihre Websites entsprechend verändern, teilte Microsoft mit. Die deutsche Version der neuen Plattform komme voraussichtlich in diesem Monat auf den Markt. In den USA war sie im Januar gestartet worden. Wie vor einigen Jahren das Betriebssystem Windows ".Net" werde sich ebenso explosionsartig verbreiten wie vor einigen Jahren das Betriebssystem Windows, sagte Gates. Microsoft strebe an, die neue Strategie zur Verknüpfung von Programmen über das Internet in den kommenden zwei Jahren vollständig zu verwirklichen. Einblicke ins Allerheilligste Wie der Online-Nachrichtendienst C-Net berichtet, lies Microsoft - in den vergangenen sechs Monaten - rund hundert ausgewählte Kunden an das Eingemachte: und zeigte ihnen Quellcode von Windows. Verändert durfte er allerdings nicht werden, vielmehr durften die Auserwählten Tipps geben und Bugs nennen. Ein ungewöhnlicher Schritt von Microsoft - aber die Angst, dass ".Net" floppen könnte machte ihn möglich.(red/Reuters)