Krakau - Der Wett- und Glücksspielmarkt boomt. In Europa wurden im Vorjahr 500 Mrd. S mit Wetten umgesetzt, ein Drittel davon im "Wetten-Mutterland" Großbritannien. Auch in Österreich wuchs der Markt zweistellig, heuer sollen mehr als 4 Mrd. S (291 Mill. Euro) umgesetzt werden. Das größte heimische Buchmacherunternehmen, die Admiral Sportwetten AG, eine 95-prozentige Tochter der Novomatic (Gumpoldskirchen), steigerte 2000 den Wettumsatz um 30 Prozent auf 1,3 Mrd. S, was 7,2 Millionen abgeschlossenen Wetten entspricht, sagte Admiral Sportwetten-Vorstand Oliver Heinzel heute, Freitag, vor Journalisten in Krakau. Heuer werden 1,5 Mrd. S Umsatz erwartet. Das Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EGT), belief sich den vergangenen Jahren jährlich auf 20 Mill. S, für 2000 werde auf Grund der hohen Investitionen ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet, bemerkte Heinzel. 2000 investierte Admiral Sportwetten 38 Mill. S, heuer sollen 30 Mill. S allein in neue IT-Infrastruktur, Hard- und Software investiert werden. Ein Börsegang sei eine von mehreren Optionen, frisches Kapital für die geplante Expansion zu bekommen, das schlechte Börseklima rechtfertige derzeit aber keinen Börsegang, so Heinzel. Sportwetten immer stärker akzeptiert "Sportwetten sind eine immer stärker akzeptierte Form des Feizeitangebots", betonte Heinzel. Großes Nachfragepotenzial wird vor allem in österreichischen Ballungszentren und in Zentral- und Osteuropa geortet. In den nächsten Jahren sollen in Österreich weitere 60 Filialen dazukommen, in den EU-Beitrittsländern sind 125 über Franchise betriebene Outlets geplant. Admiral Sportwetten betreibt derzeit 47 Filialen in Österreich, heuer sind 8 bis zehn weitere geplant. Das Unternehmen beschäftigt 120 Mitarbeiter. 15 Prozent des Umsatzes werden über das Internet hereingespielt, Tendenz steigend. Wöchentlich werden derzeit 2,3 Mill. S über die Homepage http://www.admiral.at umgesetzt, die mit Bundesliga-Start relaunched wird. Die Brutto-Werbemarge liege derzeit bei 17 Prozent, im Internet bei 12 Prozent. Kooperation mit TU Krakau für Rekrutierung von IT-Kräften "IT-Fachkräfte haben für den Glücksspielbereich eine enorme strategische Bedeutung", betonte Admiral Sportwetten-Vorstand Oliver Heinzel vor Journalisten in Krakau. Der Fachkräftemangel sei ein massives Problem, die Situation in Österreich denkbar schlecht. Admiral Sportwetten hat daher in Kooperation mit der Informatiksparte der Technischen Unversität Krakau die polnische Software-Tochter Admiral Betting Software (ABS) gegründet. In Österreich fehlen laut "Software-Studie 2000" den 1.941 Softwareherstellern 9.000 Fachkräfte, der gesamten IT-Szene rund 30.000. Jetzt machen sich in Österreich in der IT-Branche und auch in anderen Bereichen - etwa Finanz, Controlling und Rechnungswesen - die Versäumnisse der letzten Jahre und Jahrzehnte bemerkbar, betonte Heinzel. In Polen sei der Arbeitsmarkt noch nicht überlastet, die Kosten für einen IT-Mitarbeiter gegenüber Österreich stünden im Verhältnis 1:3. Im Schnitt verdient ein Programmierer in Polen monatlich 10.000 S brutto, in Österreich mindestens 30.000 S. An der TU Krakau gibt es derzeit 1.200 Informatikstudenten, 150 davon schließen das fünfjährige marktorientierte Studium jährlich ab. Krakau wird als IT-Standort zunehmend attraktiv, zumal auch zahlreiche amerikanische Unternehmen - beispielsweise Motorola - Krakau als Standort für Filialen gewählt haben. ABS soll zum Kompetenzzentrum für die Herstellung von Wettsoftware werden, Support und Vertrieb werden weiterhin in Österreich gemacht. Das Unternehmen verfügt über ein Stammkapital von 1,9 Mill. S und gehört zu 74 Prozent der Admiral Sportwetten und zu 25 Prozent der 1998 gegründeten Novomatic-Tochter ATSI (Krakau), 1 Prozent hält das Management. (APA)