Moffett Field, Kalifornien - NASA-Wissenschaftler nutzen die Nervensignale an Muskelzellen als Mensch-Maschine-Schnittstelle. In einer Simulation landete ein Pilot eine beschädigte Passagiermaschine nur mit Hilfe der Muskel-Nervensignale. Die Signale wurden über ein Armband mit acht "trockenen" Rezeptoren abgenommen. Die NASA hat jetzt den endgültigen Bericht zu diesen Versuch veröffentlicht. "Das ist ein radikal neuer Weg mit einer Maschine zu kommunizieren", erklärte der Berichtsautor Charles Jorgensen, der Leiter des Neuroengineering-Labors im Ames Researchcenter der NASA. "Das Ergebnis beweist, dass die neuro-elektrische Kontrolle von Computern in einigen Anwendungen Tastatur, Joystick und Maus ersetzen kann." Jorgensen sieht den Vorteil der Technologie darin, dass die Nervensignale direkt an den Computer übermittelt werden können und der Benutzer intuitiv Kontrolle über den Computer übernimmt. Neben Anwendungen in der Luftfahrt kann sich der Wissenschaftler eine Nutzung der Technologie durch Astronauten in Raumanzügen vorstellen. In dem Experiment schloss der Pilot seine Finger zu einer Faust und machte die Steuerbewegungen in der Luft. Die Elektroden registrierten die Nervensignale im Arm des Piloten und leiteten sie an einen Computer weiter, der die Signale in die Steuerbefehle übersetzte. Der Computer musste dazu allerdings erst die Signal-Muster des Piloten mit einer Software für neurale Netze lernen. Diese Signale können sich unter Stress oder dem Einfluss von Koffein verändern, weswegen der Computer die Signale immer wieder neu erlernen muss. In der NASA-Simulation veränderte sich das Verhalten des Flugzeugs durch Schäden innerhalb von Sekunden bis zum totalen Ausfall der Steuerung. Trotzdem konnte der verkabelte Pilot das Flugzeug immer sicher "landen".(pte)