Brüssel - Die EU-Kommission hat die Türkei im Streit mit Frankreich um das Massaker an Armeniern während des Ersten Weltkriegs zur Mäßigung aufgerufen. Sprecher Jean-Christophe Filori sagte am Freitag in Brüssel, die Kommission gebe der Regierung in Ankara den "freundschaftlichen Rat", nicht überzureagieren. Dies würde das gegenseitige Verständnis nicht fördern. Aus Verärgerung über die Erklärung der Pariser Nationalversammlung zu dem Massaker hatten die türkischen Streitkräfte am Dienstag ein Millionengeschäft mit der französischen Rüstungsfirma Dassault gekündigt. Am selben Tag trat das am 18. Jänner von der Pariser Nationalversammlung verabschiedete und von Staatspräsident Jacques Chirac unterzeichnete Gesetz in Kraft, wonach das Vorgehen der osmanischen Streitkräfte gegen die Armenier im Ersten Weltkrieg als Völkermord zu bewerten sei. Die Aufkündigung des Vertrags über die Ausrüstung von 80 türkischen Kampfflugzeugen mit einem elektronischen Waffensystem im Wert von über 200 Millionen Euro (2,75 Mrd. S) gehört zu einer Reihe wirtschaftlicher Sanktionen, mit dem die Türkei Frankreich wegen des Gesetzes bestrafen will. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob dies gegen die Verträge zwischen der Türkei und der Europäischen Union verstößt. (APA/AP)