Martinsried - Peter Fromherz, Forscher am Max-Plack-Institut für Biochemie in Martinsried, ist eine neue Verbindung von Mensch und Maschine gelungen. Er verknüpfte eine lebende Leberzelle mit einem Silizium-Schaltkreis. "Wir haben das prinzipielle Problem der Kopplung von zellulären elektrischen Impulsen mit elektronischen Signalen gelöst. Nun können wir neue Biosensoren entwickeln", bewertet Fromherz seine Ergebnisse. Fromherz verstärkte die elektrischen Signale der Zelle durch eine Genveränderung der Ionenkanäle, so dass sie von dem Transistor aufgenommen und weiter verarbeitet werden konnten. Dazu ließ er die Zellen auf einer Silizium-Oberfläche wachsen. Allerdings haften die Zellen dabei nicht direkt auf dem Chip, sondern bewegen sich rund 40 milliardstel Meter (Nanometer) in einer Nährlösung über der Oberfläche. Durch die Verstärkung konnten nun die Signale diesen Abstand überbrücken. Aufbauend auf solche Mensch-Maschine-Hybride hofft Fromherz, leistungsfähigere Biosensoren bauen zu können. Diese könnten innerhalb des Körpers biologische Vorgänge, wie Abstoßmechanismen bei Implantaten, erkennen. Bereits im Februar letzten Jahres berichteten US-Forscher von der Universität Berkeley von einer Verbindung einer menschlichen Krebszelle mit einem elektronischen Schaltkreis. Über eine angelegte Spannung schafften sie es, die Poren in den Zellwänden, den Membranen, zu öffnen und zu schließen. Damit schufen sie quasi ein "Sesam, öffne dich" für die Zellwand, um bislang unheilbare Krankheiten wie Krebs oder Erbkrankheiten wie Mukoviszidose oder Diabetes des Typs I zu bekämpfen. Genverändernde Proteine oder Wirkstoffe lassen sich so in die Zellen einzuschleusen.(pte)