Neu Delhi - Das Erdbeben in Indien hat offenbar zu einer Annäherung zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten Indien und Pakistan geführt: Eine Woche nach der Katastrophe telefonierte der pakistanische Machthaber General Pervez Musharraf erstmals mit dem indischen Ministerpräsidenten Atal Bihari Vajpayee, wie ein indischer Regierungssprecher am Freitag mitteilte. Den Angaben zufolge rief Musharraf Vajpayee an, um ihm sein Mitgefühl auszusprechen. Vajpayee habe dem General für die Unterstützung Pakistans gedankt, hieß es weiter. Zudem habe Vajpayee seinen Wunsch bekundet, gute nachbarschaftliche Beziehungen aufzubauen. Ein pakistanischer Regierungssprecher sagte, Vajpayee habe bei dem sechsminütigen Gespräch angeregt, weiter Kontakt zu halten. Bei dem Erdbeben im Unionsstaat Gujarat, der an Pakistan grenzt, kamen in Indien mindestens 15.000 Menschen und in Pakistan 18 Menschen ums Leben. Nach der Katastrophe hatte Islamabad zwei Militärflugzeuge mit Hilfsgütern entsandt. Die beiden Atommächte Indien und Pakistan haben bisher drei Kriege gegeneinander geführt. An der Grenze in der von beiden Staaten beanspruchten Himalaya-Region Kaschmir kam es in den vergangenen Jahren regelmäßig zu Gefechten. Vajpayee hatte sich bisher geweigert, mit Musharraf zu sprechen, dem er Unterstützung der separatistischen Rebellen im indischen Teil Kaschmirs vorwirft. (APA/AP)