Wien - Wirtschaftsminister Martin Bartenstein legt weiter zu: Er hat den Tourismusbetrieben nun wieder ein zusätzliches Kontingent an Arbeitskräften aus Nicht-EU- Ländern zugestanden. Mit dem aktuellen Zuschlag erreicht das Kontingent jetzt fast 7000 Saisonniers, nachdem man 1999/2000 noch mit 3045 auskam. Von der Zuschlagsfreude am meisten profitieren konnte Tirol und Salzburg. Die Begründung, man brauche die Leute, um vor allem die Ski-Weltmeisterschaft in St. Anton zu bestücken, lassen Gewerkschaftsvertreter aber so nicht gelten. Im Raum St. Anton seien lediglich gezählte 184 zusätzliche Arbeitskräfte geordert worden, heißt es. Was die Arbeitnehmervertreter vor allem aufbringt: Man hole immer weiter Billigstkräfte, statt die im Lande lebenden In- und Ausländer stärker zum Zug kommen zu lassen - und dies, obwohl der Wirtschaftsminister diesen Willen selbst in seinem Integrationserlass festgeschrieben hat. Tatsache ist, dass es bei den gelernten Gastrofachleuten intensive Fluchttendenzen gibt. Etwa ein Fünftel macht sich auf und davon. In Tirol etwa in die Industrie, was Landeshauptmann Wendelin Weingartner kürzlich dazu brachte den Hoteliers bessere Arbeitsbedingungen ans Herz zu legen: "Nur immer weiter nach Saisonniers zu schreien, bringt nichts." (Monika Bachhofer, DER STANDARD, Printausgabe 3.2.2001)