Manila/Paris/Genf - Der auf den Philippinen festgenommene französische Ex-Manager Alfred Sirven war am Freitag nach seiner Abschiebung durch die philippinischen Behörden auf dem Weg nach Frankreich. Wie aus Flughafenkreisen in der Hauptstadt Manila verlautete, verließ der in Zusammenhang mit einer Schmiergeldaffäre um den Erdölkonzern Elf-Aquitaine gesuchte 74-Jährige das Land an Bord einer Lufthansa- Maschine. Diese fliegt über Bangkok nach Frankfurt, von wo Sirven am Samstag nach Paris gebracht wird. Die Behörden in Manila hatten unmittelbar unmittelbar nach seiner Festnahme einen Ausweisungsbefehl gegen ihn erlassen. In Paris wird Sirven derzeit wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder in Abwesenheit der Prozess gemacht. Sirvens Festnahme könnte auch neue Einblicke in die Affäre um die Privatisierung der ostdeutschen Leuna-Raffinerie bringen, bei der Anfang der 90er Jahre Millionen-Provisionen geflossen sind. Nicht um Auslieferung ersucht Die Genfer Justiz hatte die Philippinen nicht um Auslieferung des in Manila verhafteten Alfred Sirven ersuchet. Sie wolle die französischen Ermittlungen nicht behindern, sagte Richter Paul Perraudin. Es sei normal, dass das am stärksten von der Affäre betroffene Land Priorität bei der Auslieferung habe, sagte der Genfer Beamte, der mit der Affäre Elf beschäftigt ist, unter Anspielung auf Frankreich. Später könne die Genfer Justiz Alfred Sirven auf der Basis eines Rechtshilfeersuchens verhören. Alfred Sirven leitete seit 1990 in Genf die "Elf Aquitaine International" (EAI). Diese Gesellschaft soll fiktive Löhne und Kommissionen ausbezahlt haben. In der Schweiz wird gegen Sirven wegen Geldwäscherei ermittelt. Der Genfer Staatsantwalt Bernard Bertossa hatte die Untersuchung im Juni 1992 eröffnet. (APA/dpa/AP/sda)