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Foto: Reuters/Vasiljevic
Paris - Der montenegrinische Präsident Milo Djukanovic will zunächst die Abtrennung seines Landes von Serbien erreichen und danach "eine Union nach europäischen Standards" mit Belgrad bilden. Wie Djukanovic gegenüber der französischen Tageszeitung "Le Monde" (Samstag-Ausgabe) erklärte, sollen innerhalb dieser Union eine gemeinsame Währung, sowie eine gemeinsame Verteidigung und Armee geschaffen werden. Auch "ein Teil der diplomatischen Funktionen" könnte zusammengelgt werden. "Es handelt sich also nicht wirklich um eine Scheidung, sondern um eine 'Sanierung' unserer Beziehungen. Und wir sind bereit, mit Serbien darüber zu diskutieren, wann es will", erklärte der Präsident der jugoslawischen Teilrepublik. Er bekräftigte auch seine Absicht, nach den Parlamentswahlen vom 22. April die Abhaltung eines Referendums vorschlagen, welches "Ende Juni" stattfinden soll. "Es sind zwei alte und verschiedene Staaten" "Die serbischen Demokraten fahren fort, Montenegro wie einen integrierenden Bestandteil Serbiens anzusehen. Sie irren sich. Es sind zwei alte und verschiedene Staaten" fuhr Djukanovic fort und fügte hinzu: "Aber es kann keine Gleichheit der Rechte zwischen uns geben, und daher glauben wir nicht, dass die Interessen Montenegros in einem neuen gemeinsamen Staat korrekt verteidigt werden können." "Es wäre ein Fehler von Seiten der internationalen Gemeinschaft, den Kontakt mit uns unter dem Vorwand zu vermeiden, dass dies die Sezession ermutigen würde", meinte der montenegrinische Präsident und betonte den Willen seines Landes, in die Europäische Union zu kommen. Der Präsident warnte auch davor, für die Serben Partei zu ergreifen. "Ich sage nicht, dass es die Europäische Union getan hat, aber sie hat diesen Eindruck erweckt", so Djukanovic wörtlich. (APA)