Huntsville - Kurz vor der Ankunft des Forschungslabors "Destiny" bei der internationalen Raumstation ISS ist das wissenschaftliche Kontrollzentrum auf der Erde fertig geworden. Die 1200 Quadratmeter große Einrichtung wurde am Freitag im Marshall-Raumfahrtzentrum der NASA in Huntsville im US-Bundesstaat Alabama eingeweiht. Von dort sollen die vielfältigen Experimente an Bord der Raumstation rund um die Uhr überwacht und unterstützt werden, sobald "Destiny" einsatzbereit und wahrscheinlich Anfang März eine neue ISS-Mannschaft von der Raumfähre Discovery in den Weltraum gebracht worden ist. Mit dem Forschungslabor soll nun der Raumtransporter Atlantis am kommenden Mittwoch (Ortszeit/Donnerstag 0011 MEZ) in Cape Canaveral in Florida starten. Der Start war Mitte Jänner verschoben worden, um die Kabelverbindung zu den Feststoffraketen des Shuttle sorgfältig zu testen. Neben dem Transport der 1,4 Milliarden Dollar teuren "Destiny" stehen drei Weltraum-Ausstiege auf dem Programm der Astronauten. Im Dezember hatte die Raumfähre Endeavour mehr als sieben Milliarden Schilling teure Sonnensegel zur Raumstation gebracht. Sie liefern der ISS Energie für wissenschaftliche Experimente. Außerdem hatten die Astronauten während der knapp elftägigen Mission die Vorrichtungen zum Andocken des Labors angebracht. Die erste Langzeitbesatzung der ISS, US-Kommandant Bill Shepherd sowie die russischen Kosmonauten Juri Gidsenko und Sergej Krikaljow, war Anfang November in ihr 60 Milliarden Dollar teures Domizil gezogen. Sie müssen wegen der NASA-Startverschiebungen etwas länger als vorgesehen dort bleiben. Die Raumstation ist ein Gemeinschaftsprojekt von 16 Nationen, darunter auch Deutschland. (APA/dpa)