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Foto: Orlowski REUTERS
Hamburg (APA/AFP) - In Deutschland haben Bürgerinitiativen eine Ausweitung ihrer Proteste gegen den anstehenden Castor-Atommülltransport angekündigt. Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, sagte der "Bild am Sonntag", die Atomgegner wollten nicht nur "die letzten Straßenkilometer" blockieren. "Wir weiten unseren Protest diesmal auf die gesamten 56 Bahnkilometer zwischen Lüneburg und Gorleben aus. Die ganze Transportstrecke ist für uns Aktionsfläche." Die Initiatoren der Protestkundgebungen rechnen nach Angaben der Zeitung während der heißen Phase des Transports mit bis zu 15.000 Demonstranten täglich. Jürgen Wittenberg, Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums, sagte: "Wir richten uns auf einen ähnlichen Einsatz wie beim letzten Mal ein." Vor vier Jahren mussten nach Angaben der "Bild am Sonntag" 30.000 Polizisten sechs Castoren schützen, 15.000 Beamte allein in Niedersachsen. Die Gesamtkosten des Einsatzes betrugen 111 Millionen Mark (56,8 Mill. Euro/781 Mill. S). Umweltminister Jürgen Trittin und die Führung der deutschen Grünen haben von Protesten gegen die Atommülltransporte abgeraten. Die Transporte von abgebrannten Brennstäben von Frankreich nach Deutschland waren 1998 nach Protesten vor allem von Umweltschützern in Deutschland unterbrochen worden.