Die Testphase für das neue Domainvergabe-Verfahren in den USA wird erneut verlängert. Der ursprünglich für den 1. Juli angesetzte Termin, zu dem alle neuen Registratoren als Nachfolger des Ex-Monopolisten Network Solutions Inc. (NSI) .com-, .net- und .org-Domains vergeben sollten, wurde nun erneut auf den 10. September verschoben. Zuletzt war noch der vergangene Freitag (6. August) als Starttermin im Gespräch gewesen. Nach Informationen der "New York Times" soll die neue Fristsetzung im jüngsten Fall produktiv genutzt werden. So will man 52 weitere Registratoren in den Testlauf einbeziehen, um die technische Umstellung möglichst reibungslos zu gestalten und das System "unter Vollast" zu testen. Welche neuen Anbieter zugelassen werden, gab die ICANN zunächst nicht bekannt. Zugleich scheint sich eine Entspannung des Konflikts zwischen US-Handelsministerium und NSI (wir berichteten) anzubahnen. Nachdem sich der bisherige Domainverwalter wochenlang geweigert hatte, den neu hinzugekommenen Mitbewerbern Zugriff auf seine Whois-Datenbank mit Adressen und technischen Details zu den eingetragenen Domains zu gewähren, soll der Zugang jetzt vereinfacht werden. NSI tut dies aber explizit unter Vorbehalt und hält sich die Option offen, nach Ende der laufenden Verhandlungen wieder eine Beschränkung für den Zugang einzuführen. Darüber hinaus wurde NSI zugestanden, eine Gebühr von neun US-Dollar für jede Domain zu erheben, die bis zum 10. September von einem neuen Registrar angemeldet wird. Dieser Betrag wird nicht nur von Konkurrenten, sondern auch von den Medien kritisch gesehen, da er die Gewinnspannen anderer Anbieter schrumpfen lasse und damit den echten freien Wettbewerb vereitele. (internetworld)