München - Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr will Europas größter Sportartikelhersteller adidas wieder losspurten. "Wir wollen den Gewinn im laufenden Jahr um 15 Prozent steigern und beim Umsatz währungsbereinigt um drei bis fünf Prozent zulegen", sagte der künftige Konzernchef Herbert Hainer am Montag auf der Sportartikelmesse ISPO (bis 7. Februar) in München. Bis 2003 sollen der Umsatz auf 105,5 Mrd. S (7,7 Mrd. Euro) steigen. Das Wachstums- und Effizienzprogramm sei erfolgreich abgeschlossen. Der drohende Ausschluss aus dem Börsenschwergewicht, dem Deutschen Aktienindex DAX, gefährde die Ziele des Konzerns nicht. Im Jahr 2000 sank der Jahresüberschuss nach vorläufigen Zahlen um 20 Prozent auf 356 Mill. DM. Grund dafür war das 75 Mill. DM teure Wachstums- und Effizienzprogramm. Der Gewinnrückgang entsprach den Erwartungen. Im Rahmen des Konzernumbaus wurden unter anderem acht Lager geschlossen und das Management verschlankt. Die auch für die nächsten Jahre geplante Gewinnsteigerung von jeweils 15 Prozent würde 2003 einen Jahresüberschuss von etwa 540 Mill. DM bedeuten. Der adidas- Aktienkurs sank am Montagmorgen leicht um zwischenzeitlich gut ein Prozent auf rund 71 Euro. Umsatzzuwachs über den Prognosen Der Umsatz stieg 2000 um neun Prozent auf 11,4 Mrd. DM. Der Zuwachs lag über den Prognosen vieler Analysten. Ohne Währungseffekte legten die Erlöse allerdings nur um ein Prozent zu. Ursprünglich hatte adidas ein Plus von zwei Prozent erwartet. Wegen des schwachen US-Geschäfts blieb der Konzern jedoch hinter den Plänen zurück. Für Europa kündigte Hainer für die nächsten Jahre ein Wachstum von jeweils fünf Prozent an. Bei Sport-Schuhen hat adidas in Europa nach eigenen Angaben einen Anteil von etwa 26 Prozent, in Deutschland stieg er laut Hainer 2000 von 38 auf 40 Prozent. Hainer tritt am 8. März die Nachfolge von Robert Louis-Dreyfus als Vorstandsvorsitzender der adidas-Salomon AG (Herzogenaurauch) an. Er ist bereits seit längerem für das operative Geschäft verantwortlich. Sorge bereitet dem Konzern weiterhin das US-Geschäft. Beim Umsatz konnte adidas weltweit mit allen Marken in allen Regionen zulegen, einzige Ausnahme war adidas Nordamerika. "Wir müssen in den USA eine ernsthafte Herausforderung für unsere Marke adidas bestehen", sagte Hainer. Der Umsatz schrumpfe, die Auftragseingänge stagnierten. Mit einem neuen Management werde adidas aber "den Turnaround in den USA schaffen und dort mittelfristig eine starke Nummer zwei im Markt werden". Derzeit halte man zwar diese Position bereits, der Abstand zum Marktführer Nike sei aber noch groß. (APA/dpa)