Graz - Der steirische Halbleiterhersteller Austria Mikro Systeme International AG (AMS) beendete das von Umstrukturierungen und Großinvestitionen gekennzeichnete Geschäftsjahr 2000 überaus erfolgreich. Der Umsatz des steirischen Chipherstellers erhöhte sich um 37,3 Prozent von 87,9 Mill. Euro auf 120,7 Mill. Euro (1,66 Mrd. S), womit AMS deutlich stärker wuchs als der gesamte Halbleitermarkt. Auch im laufenden Geschäftsjahr werden wir stärker wachsen als der Markt sagte AMS-Vorstandsvorsitzender Hans Jörg Kaltenbrunner im Gespräch mit der APA. Die Ergebnisentwicklung drehte nach mittlerweile bereinigten Problemen mit früheren Konzerntöchtern wieder deutlich ins Plus. Nach vorläufigen Zahlen vervielfachte sich das EGT und erreichte 7,5 Mill. Euro (103 Mill. S), nachdem 1999 nur 0,9 Mill. Euro (12,4 Mill. S) zu Buche standen. Für 2000 erwartet Kaltenbrunner ein Wachstum um die 30 Prozent, während der Halbleitermarkt um rund 10 Prozent zulegen wird. Bis zum Jahr 2004 soll dann eine Umsatzverdoppelung gelingen, die dank der derzeit in Umsetzung befindlichen Kapazitätsausweitung gänzlich durch die Produktion im eigenen Haus gewährleistet werden kann. Wandlung zum eigenständigen Produktanbieter AMS will weiters die Wandlung vom Servicebetrieb, der auf Kundenwunsch spezifische Anwendungen fertigt zum eigenständigen Produktanbieter schaffen. Dazu werden verstärkt Produkte entwickelt, die standardisierte Kernfunktionalitäten besitzen, wie sie von Industriekunden benötigt werden. Dieser kann dann auf eine Eigenentwicklung dieser Komponenten verzichten und diese zukaufen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Höhe von 17 Prozent des Umsatzes lassen jedenfalls keinen Engpass bei der Finanzierung neuer Produkte entstehen. Ein Beispiel eines derartigen "Fertigproduktes" ist der AS 5020, ein Schalter, der ohne mechanische Teile auskommt. Ein Mikrochip nimmt die Bewegungen eines Magneten auf und erkennt daraus die Position des Schalters. Im Chip können bis zu 64 Schalterstufen mit entsprechenden Aktionen implementiert werden. Eine mechanische Belastung entsteht nicht, da es keine physisch verbundenen Elemente mehr gibt. (APA)