San Diego - Jean Y.J. Wang und seinem Team von der University of California, San Diego (UCSD ), ist es in einem Zellkultur-Versuch erstmals gelungen, die so genannte Chronische Myelogene Leukämie (CML) erfolgreich zu bekämpfen. Die Wissenschaftler hatten zwei Medikamente kombiniert, um das tödliche Molekül Bcr-Abl aus seiner "Kommandozentrale" im Zellplasma erst zu verdrängen und dann im Zellkern gefangen zu nehmen. Die Krebszelle gab darauf den Befehl zur Selbstzerstörung und löste sich in harmlose Zellbestandteile auf. Laut dem Bericht in der Fachzeitschrift Nature Medicine hatten die Forscher festgestellt, dass ein bislang sehr vielversprechendes Medikament, das von Novartis entwickelte STI571, den CML-Patienten nur im Frühstadium ihrer Krankheit helfen konnte. Es bewege zwar das tödliche Bcr-Abl dazu, in den Zellkern zu wandern, doch die CML-Zellen "spucken" es sofort wieder in das Zellplasma. Mit einem zweiten Medikament, dem so genannten Leptomycin B, gelang es den Forschern jedoch, die Ausgänge des Zellkerns zu verschließen und so das Bcr-Abl wirkungslos zu machen. Bcr-Abl ist ein Protein, das durch zerstörte Gene der Chromosomen 22 und neun, die fälschlicherweise zusammengeflickt werden, gebildet wird. Dieses einzelne Onkogen ist für die CML verantwortlich, die zwischen 15 und 20 Prozent der Leukämie-Erkrankungen ausmacht und weltweit zu 50.000 Toten führt.(pte)