Brüssel - Die EU-Kommission und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) wollen künftig enger zusammenarbeiten. Dies betonten EU-Kommissionspräsident Romano Prodi und der neue Hohe UNHCR-Kommissar Ruud Lubbers nach einem Gespräch am Montag in Brüssel. Lubbers, der sein Amt zum Jahresbeginn angetreten hatte, sagte vor Journalisten, er sehe die Unterredung mit Prodi als Beginn eines neuen Versuchs, eine engere Partnerschaft zwischen beiden Organisationen einzugehen. Prodi unterstrich die ernsthaften Absichten der Kommission, die Arbeit des UNHCR stärker zu unterstützen, mit dem Verweis darauf, dass dies bereits das zweite Treffen mit Lubbers binnen zehn Tagen gewesen sei. Der Kommissionspräsident betonte, die Zusammenarbeit zwischen EU und UNHCR müsse besser koordiniert werden. Lubbers verwies darauf, dass das UN-Flüchtlingshilfswerk die Schlüsselinstitution auch für das Thema Asyl sei, das in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine Rolle spiele. Vergangene Woche noch hatte Lubbers beklagt, dass die reichen Industriestaaten das UNHCR nur unzureichend unterstützten. Besonders kritisierte der ehemalige niederländische Ministerpräsident dabei Deutschland und Frankreich. So seien die deutschen Beiträge in den vergangenen Jahren bei etwa zwei Prozent gelegen. 1991 seien es noch 7,6 Prozent gewesen. Damals zahlte die Bundesrepublik den Angaben zufolge 103 Millionen Mark (52,7 Mill. Euro/725 Mill. S) für das Flüchtlingshilfswerk - im vergangenen Jahr waren es 31 Millionen Mark. (APA/AP)