Belgrad - Eine hochrangige Delegation der EU unter Führung des Hohen Repräsentanten für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, und Außen-Kommissar Chris Patten wird am Donmnerstag in Belgrad erwartet. Wie die schwedische Botschaft am Montag mitteilte, stehen Gespräche mit dem jugoslawischen Präsidenten Vojislav Kostunica, dem serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic und Außenminister Goran Svilanovic auf dem Programm. Schweden hat derzeit den Vorsitz in der EU. Themen der Gespräche werden die Zusammenarbeit Belgrads mit der EU und die politische Situation in der Region - einschließlich der Provinz Kosovo - sein. Die jugoslawischen Behörden sollen demnächst einen vom serbischen Vizepremier Nebojsa Covic ausgearbeiteten "Aktionsplan für Südserbien" billigen. Der Plan sieht die allmähliche Einbindung der albanischen Minderheit des Kosovo in das politische und wirtschaftliche Leben Serbiens sowie eine Demilitarisierung der Krisenregion vor. Die Parteien des früheren Regimes - die Sozialistische Partei von Ex-Präsident Slobodan Milosevic, die JUL-Partei seiner Frau Mira Markovic und die Radikale Partei - reagierten auf die Ankündigung des Besuchs von Solana mit der Forderung, den früheren NATO-Generalsekretär festzunehmen. Solana war während der Luftangriff auf Jugoslawien 1999 Chef der Allianz. In einem im vergangenen Herbst in Belgrad veranstalteten Gerichtsprozess wurde Solana gemeinsam mit anderen NATO-Befehlshabern in Abwesenheit zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Einer der damals Verurteilten, der französische Außenminister Hubert Vedrine, besuchte bereits im vergangenen Oktober Belgrad. Er hatte keine Problem bezüglich einer Festnahme. Vom heute herrschenden Bündnis DOS wurde der Gerichtsprozess als Propagandakampagne des Regimes von Milosevic abqualifiziert. (APA)