Wien - Franz Morak, Staatssekretär für Kunst (ÖVP), sagt, er sei Politiker geworden, weil er die Herausforderung liebe. Und so nahm er auch die Herausforderung an, sich am Montag einem Standard.at- Chat zu stellen - samt einigen unangenehmen Fragen, die er als "vollkommen lächerlich" empfand. Wollte doch jemand wissen, wie hoch der Stapel an Beschwerden über Helmut Wohnout sei, den Morak als den "Chef meines Kabinetts" bezeichnete. Andere Anfragen ("Nennen Sie mir bitte zumindest ein Ensemble, das sich mit zeitgenössischer Musik ohne Förderungen am Markt halten kann") wiederum beantwortete er zwar wortreich, aber eigentlich nicht. Und nun: Morak über ...

Beiratsempfehlungen: "Soweit es in den Budgetansätzen möglich ist, ist für mich die Empfehlung der Beiräte eine wichtige Grundlage."

Schlingensiefs Containeraktion: "Die Freiheit der Kunst ist Teil unserer Verfassung."
Regierungsbeschimpfungen: "Beschimpfungen können auch einen künstlerischen Gehalt haben. Ich verweise auf Karl Kraus, Johann Nestroy, Thomas Bernhard."

Keine Subventionen für Public Netbase: "Der Verein hat im Zusammenhang mit einer Evaluierung einen Fragenkatalog bekommen, der bis heute noch nicht bei uns eingegangen ist."

Frauenquote bei Orchestern: "Ich bin gegen jede Form von Quoten. Sie sind auf Sicht gerechnet kontraproduktiv und schaden dem Anliegen, das ich sehr gut verstehe."

Philharmoniker: "Sie entscheiden immer noch selber über die Zusammensetzung des Orchesters. Sie sind einer dieser Glücksfälle einer orchestralen Selbstverwaltung."

Seine Idee der Filmfinanzierung: "Wenn wir davon ausgehen, dass Standorte, Städte, Länder sich zunehmend über filmische Inhalte transportieren, ist es nur logisch, dass die Fremdenverkehrswirtschaft hier einen Beitrag leistet, wie das schon in Tirol erfolgreich passiert."

Hermann Nitsch: "Er ist ein Schaffer eines katholischen Mythos in der Kunst, der von vielen Menschen missverstanden wird. Nichtsdestotrotz ist er Teil der europäischen und zutiefst österrei- chischen Kunstgeschichte."

Noch verbliebene Freunde: "Wenn Sie Sorgen haben, dass ich mich einsam fühle: Seien Sie beruhigt!" (trenk)
Chat-Protokoll unter
http://derStandard.at/kultur