Wenn es keine Anklagen geben würde, ginge es nicht mit rechten Dingen zu Wien - Der ehemalige FP-Polizeigewerkschafter Josef Kleindienst, der die Spitzelaffäre ins Rollen gebracht hat, meinte Montag abend in der "ZIB 2" des ORF, bei den Prozessen gehe es nicht darum, dass der FPÖ die Schuld bewiesen werde, sondern "da muss die FPÖ ihre Unschuld beweisen. Ich bin schon neugierig, wer dieser Politiker, die in die Spitzelaffäre involviert sind, ihre Unschuld beweisen können. Das geht nicht". Kleindienst meinte ferner, "ich kann eines versichern, wenn es keine Anklagen geben würde, ginge es nicht mit rechten Dingen zu". Darauf angesprochen, dass er möglicherweise als einziger am Schluss angeklagt werde, sagte Kleindienst, "nachdem ich von FP-Politikern angestiftet worden bin, kann man mich allein nicht anklagen. Entweder auch die, die mich angestiftet haben, oder keinen". Die Disziplinarkommission der Wiener Polizei berät am Dienstag über den Fall des in der Spitzelaffäre belasteten Wiener FP-Landesparteisekretärs Michael Kreißl. Der Gemeinderatsabgeordnete ist ohne Bezüge dienstfrei gestellt, die Polizeidirektion fordert seine Entlassung. Eine Entscheidung darüber wird laut Kommissions-Vorsitzendem Wolfgang Knechtsberger wegen der parallel laufenden gerichtlichen Ermittlungen jedoch vorerst nicht fallen. Die Disziplinarkommission wird lediglich darüber entscheiden, ob ein Verfahren gegen Kreißl eingeleitet wird. (APA)