Das Wort "Squaw" steht nicht mehr auf den neuen Landkarten der kanadischen Provinz British Columbia (B.C.). Indianische Organisationen hatten die Löschung des Wortes, das sie als beleidigend empfinden, aus geographischen Namen verlangt. Die Regierung beschloss deshalb, die elf mit "Squaw" verbundenen Namen zu eliminieren. Etwa Squaw Creek, Squawfish Lake oder Squaw Island. Der Vorsitzende der Indianerhäuptlinge von B.C., Stewart Philip, hält "Squaw" für ein "rassistisches Schimpfwort", das in alten Cowboyfilmen gebraucht werde. Es sei mit Unwörtern wie "Nigger" gleichzusetzen. Die Forderung der Indianer und Indianerinnen von B.C. wurde auch vom Menschenrechtsausschuss des westkanadischen Gliedstaates unterstützt. Die Auffassungen, was Squaw genau bedeutet, gehen jedoch in Nordamerika auseinander. Einige Vertreter von Indianergruppen erklären, das Wort habe in der indianischen Sprache nie existiert. Es sei ein Ausdruck, der von frühen Siedlern gebraucht wurde, um indianische Frauen herabzusetzen. Einen anderen Standpunkt vertritt etwa Marge Bruchac vom Stamm der Abenaki, eine traditionelle Geschichtenerzählerin aus Massachusetts (USA). Sie behauptet, das Wort werde in unterschiedlichen Varianten auch heute noch in der Sprache der Algonkian-Indianer verwendet. Es bedeute die "Gesamtheit, weiblich zu sein" und beziehe sich nicht, wie oft behauptet werde, nur auf die weiblichen Genitalien. Die Beleidigung liege im Gebrauch, nicht im Wort. Die Behörden von B.C. werten jedoch die Tatsache höher, dass "Squaw" von der Urbevölkerung ihrer Provinz als abwertend empfunden wird. Nun werden die betroffenen Namen in Absprache mit örtlichen Behörden, Indianergruppen und Bürgern geändert. Da einige der Orte sehr abgelegen sind, werden sie vielleicht namenlos bleiben, sagt Janet Mason, zuständig für geographische Namen im Umweltministerium von B.C. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. 2. 2001).