Paris - Der ehemalige UNO-Verwalter im Kosovo, der Franzose Bernard Kouchner, ist am Dienstag zum Gesundheitsminister seines Landes ernannt worden. Das teilte Präsident Jacques Chirac in einer in Paris veröffentlichten Erklärung mit. Für den 61-jährigen Sozialisten wurde ein zusätzlicher Posten als beigeordneter Minister in der Linksregierung von Premierminister Lionel Jospin geschaffen. Nach Informationen der Tageszeitung "Le Monde" soll der angesehene Arzt angesichts der BSE-Krise vor allem in Fragen des Verbraucherschutzes aktiv werden. Gesundheitsstaatssekretärin Dominique Gillot war wegen ihres Umgangs mit dem BSE-Problem und der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit intern unter Beschuss geraten. Kouchner war im Jänner nach anderthalb Jahren als Leiter der UNO-Verwaltung im Kosovo von dem Dänen Hans Häkkerup abgelöst worden. Der Arzt war einer der Mitbegründer der Hilfsorganisation "Médecins sans Frontières" (Ärzte ohne Grenzen), die 1999 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Bereits von 1997 bis 1999 war Kouchner als Gesundheitsstaatssekretär in der Regierung Jospin tätig. Von 1992 bis 1993 war auch schon einmal Gesundheitsminister. (APA)