Innsbruck - Die heftige Auseinandersetzung am Bankplatz Innsbruck um die Zukunft der landeseigenen Hypo-Tirol geht weiter, obwohl die vom Hypo-Vorstand geplante Holding mit der Südtiroler Sparkasse praktisch unterschriftsreif ist. Die divergierenden Positionen in der Landesregierung, vor allem zwischen den VP-Spitzen Landeshauptmann Wendelin Weingartner und dem Finanzlandesrat Ferdinand Eberle mündete am Dienstag in einen Kompromiss. Ein Gutachter, vermutlich aus der Schweiz, soll die Holding-Lösung mit einer Verkaufsvariante von 25 Prozent plus einer Aktie vergleichen: auf "nachhaltige Entwicklung" (Wertsteigerung der Bank, Folgen für das Landesbudget) und den Wirtschaftsstandort Tirol. Die Idee des Verkaufs einer Sperrminorität der Landesbank hat erstmals am Wochenende Finanzlandesrat Eberle ins Spiel gebracht, nachdem bereits Mitte der Woche informell von einer baldigen Angebotslegung durch die Raiffeisen-Landesbank (RLB) die Rede war. Gestern, kurz nach dem Regierungsbeschluss, hat sich die RLB nun für die Angebotslegung entschieden, ohne eine Summe zu nennen. Gegner der Holding RLB-Chef Fritz Hakl ist erstmals im November - als Obmann der Sektion Banken - als Gegner der Holding aufgetreten. Bis dahin hätten Eberle wie auch SP-Chef Prock die Holding befürwortet, sagt Weingartner zum S TANDARD . Hypo-Direktor Josef Prader berichtet von einem "Acht-Augen-Gespräch" Anfang August zwischen ihm, Aufsichtsratschef Arthur Thöni, Weingartner und Eberle, bei dem den Hypo-Organen nach Vorlegen eines Zwischenberichts grünes Licht für das "Weiterverhandeln" mit der Sparkasse "gegeben wurde". Weingartner wirft Hakl vor, öffentlich "mit falschen Zahlen" operiert zu haben. Eberle meint, es gehe letztlich darum, ob die Hypo in den Sparkassen- oder den Raiffeisensektor "eingebunden wird". Die italienische Bankenaufsicht hat die Holding als "zukunftsträchtig" begrüßt. (bs, DER STANDARD, Printausgabe 7.2.2001)