Belgrad/Pristina - Der serbische Regierungschef Zoran Djindjic schließt Verhandlungen mit der Albaner-Guerilla UCPBM im Süden Serbiens nicht aus. "Man muss auch mit denen reden, die positiv und negativ die Lage im Süden Serbiens beeinflussen können", sagte Djindjic am Dienstag in Belgrad. Wenn die Albaner in Südserbien "Terroristen" als ihre legitimen Vertreten ansähen, dann sei auch mit diesen ein Gespräch möglich, zitierte das serbische Staatsfernsehen den Regierungschef. Die jugoslawische Regierung wollte noch am Dienstagnachmittag über ein Programm zur Beilegung des Konflikts beraten. Belgrad hatte am Wochenende einen dreistufigen Plan zur Beilegung der Krise vorgelegt, auf den die Rebellen noch nicht geantwortet haben. Der Belgrader Plan sei "der erste Schritt" in Richtung Frieden im Presevo-Tal, sagte der US-Sonderbeauftragte für den Balkan, James Perdu, nach Gespräche mit dem jugoslawischen Minderheitenminister Rasim Ljajic in Bujanovac. Es sei notwendig, dass die albanische Minderheit im Süden Serbiens alle Rechte genieße, sagte der Diplomat nach Angaben von Beta. Perdu hatte sich in Pristina mit den Führern der Kosovo-Albaner getroffen. Wirtschaftliche Förderungen für den Süden Der verarmte Süden solle wirtschaftlich gefördert werden, die Gebietsgrenze zum Kosovo soll jedoch bestehen bleiben. Auch den von der albanischen Minderheit gewünschten Sonderstatus lehnt Belgrad ab. Der Plan sieht ferner eine von internationalen Beobachtern überwachte Entmilitarisierung der umkämpften südserbischen Stadt Bujanovac und ihrer Umgebung vor. Im Gegenzug soll die pro-albanischen Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac (UCPMB) ihre Stellungen räumen. Einigung über einheitliche Verhandlungsplattform unter Albaner-Führern erzielt Vertreter albanischer politischer Parteien und Extremistengruppen in Südserbien haben sich am Dienstag geeinigt, dass die Verhandlungen mit serbischen und jugoslawischen Behörden über die Krisenregion seitens der Albaner von Extremisten-Führern geleitet werden sollen. Die Belgrader Presseagentur BETA meldete dies unter Berufung auf Albanerkreise aus dem Kosovo. Dem Treffen südserbischer Albanerführer haben in der Nacht auf Dienstag angeblich Vertreter des politischen Flügels der "Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac" (UCKPMB) sowie der zwei führenden politischen Parteien der Albaner in Südserbien, der "Partei für die Demokratische Aktivität" und der "Partei der Demokratischen Aktion" beigewohnt. Ein gemeinsames albanisches Verhandlungsteam soll auch die einheitliche albanische Verhandlungsplattform vorbereiten. Das Team müsse von Vertretern des Militärflügels der UCPMB als wichtigstem Faktor im Presevo-Tal geleitet werden, wird von der Agentur die unter Albaner-Führern erzielte Einigung zitiert. Die Albaner hätten auch internationale Vermittlung in den Verhandlungen gefordert, meldete die Agentur. (APA/dpa)