Washington - US-Präsident George W. Bush hat Ariel Sharon zu seinem überragenden Sieg bei der Wahl zum neuen israelischen Regierungschef gratuliert. Bush habe Sharon gesagt, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit ihm freue, besonders im Hinblick auf ein Voranbringen von Frieden und Stabilität in der Region, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses am Dienstagabend im Weißen Haus in Washington. "Die USA haben bisher mit jeder politischen Führung in Israel zusammengearbeitet, seit seiner Gründung 1948. Unsere bilateralen Beziehungen sind felsenfest, ebenso wie unser Bekenntnis zur eigenen Sicherheit", sagte Ari Fleischer, Sprecher des US-Präsidenten. Neben den Glückwünschen für Sharon habe Bush auch dem unterlegenen Amtsinhaber Ehud Barak alles Gute gewünscht. Chance zur Friedenssuche Die USA hoffen nach dem Wahlsieg von Ariel Sharon in Israel, dass die arabischen Nachbarn auch dem "Falken" eine Chance zur Friedenssuche mit den Palästinensern geben werden. "Leidenschaftlich", so seine eigenen Worte, plädierte Außenminister Colin Powell am Dienstag in Washington für Abwarten, Verzicht auf Gewalt und Zeit für den neuen Ministerpräsidenten, seine Ziele festzulegen. Mit einer betont neutralen Haltung hatte die neue amerikanische Regierung unter Präsident George W. Bush vorher dafür gesorgt, dass es im Verhältnis zu dem neuen Mann keine Eintrübung geben dürfte. Bush gratulierte Sharon unmittelbar nach dem Eingeständnis der Niederlage durch den bisherigen Premier Ehud Barak und bot dem Gewinner eine Zusammenarbeit "besonders für Frieden und Stabilität in der Region" an. "Felsenfest" sind Beziehungen mit und Sicherheitsgarantie für Israel nach den Worten des US-Präsidenten auch jetzt. Konservative US-Republikaner unterstützen Sharons Motto, aus einer Position der Stärke zu handeln. Und sie geben der Bush- Administration den Rat, ihn dabei zu unterstützen. Anderer Vermittlungsstil Nach dem intensiven, doch letztlich vergeblichen Versuch der Einflussnahme durch Ex-Präsident Bill Clinton ist jetzt in jedem Fall ein anderer Vermittlungsstil zu erwarten. Die USA würden ihre Rolle "so aktiv wie angemessen" spielen, gab Außenminister Powell zu Protokoll. Am Dienstag verdeutlichte er sein Rollenverständnis: "Es muss mehr sein, als sie (die zerstrittenen Lager) in Positionen zu zwingen, die sie nicht unterstützen können." Das war eine mehr als deutliche Abfuhr für Clinton, der im vergangenen Jahr auf dem Nahost-Gipfel in Camp David einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern buchstäblich erzwingen wollte. Kurz vor Ende seiner Amtszeit legte er noch Lösungsideen für die schwierigsten Probleme wie den Status Jerusalems und die Zukunft der palästinensischen Flüchtlinge vor. Eine erste Auskunft will Powell bereits gegen Ende dieses Monats einholen, wenn er in den Nahen Osten, die Region am Persischen Golf und auch nach Europa reisen will. Russland will mit neuer israelischer Führung zusammenarbeiten Russland will mit der neuen israelischen Führung unter Ariel Sharon ebenso gut zusammenarbeiten wie mit dessen Vorgänger Ehud Barak. Das sagten russische Diplomaten nach Angaben der Agentur Interfax vom Mittwoch in ersten Reaktionen auf das Wahlergebnis in Israel. Im russisch-israelischen Verhältnis sei in den letzten Jahren "ein bedeutsames positives Potenzial" geschaffen worden. Die Diplomaten äußerten sich vorerst nicht konkret zu den Aussichten der Verhandlungen unter dem rechtsgerichteten Sharon. Nach der Verkündung des offiziellen Endergebnisses werde Russland "Konsultationen führen mit der israelischen Seite wie mit den arabischen Teilnehmern des Verhandlungsprozesses, mit den amerikanischen Ko-Schirmherrn, mit den europäischen Staaten, China und anderen Staaten, die Interesse an einem umfassenden und gerechten Frieden im Nahen Osten haben", sagten die Vertreter Moskaus. (APA/Reuters)