Brüssel - Die EU-Kommission hat am Mittwoch einen Vorschlag verabschiedet, wonach ab 1. April die Wirbelsäule geschlachteter Rinder über zwölf Monaten nicht mehr in die Nahrungsmittelkette kommen darf. Das würde auch das "Aus" für das T-Bone-Steak bedeuten. Österreich und vier andere EU-Staaten sollen von der Verpflichtung ausgenommen werden. Der Vorschlag, der wissenschaftlichem Rat folgt, muss noch von den EU-Agrarministern beschlossen werden. Ausnahmen: Österreich, Großbritannien Schweden, Finnland und Portugal Laut Vorschlag der EU-Kommission wird Österreich - ebenso wie Schweden und Finnland - wegen des niedrigen BSE-Risikos nicht verpflichtet, die Wirbelsäule aller Rinder zu entfernen. Voraussetzung ist aber, dass alle Tiere über 30 Monaten sowie alle Tiere, die nicht im Schlachthaus sterben, auf BSE getestet werden, so die Sprecherin. Zu beidem hat sich Österreich verpflichtet. Auch Portugal und Großbritannien haben Ausnahmen, weil sie in Reaktion auf zahlreiche BSE-Fälle bereits strenge nationale Bestimmungen für die Produktion von Rindfleisch haben. Absage an alle Ausnahmegenehmigungen für Österreich SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima hat sich dagegen ausgesprochen, dass Österreich von der geplanten Maßnahme der EU-Kommission, die Wirbelsäule geschlachteter Rinder über zwölf Monaten nicht mehr in die Nahrungskette kommen zu lassen, ausgenommen wird. Sie erwarte von Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer (V) "eine klare Absage an alle Ausnahmegenehmigungen für Österreich im Zusammenhang mit BSE". Obwohl das BSE-Risiko in Österreich als gering einzuschätzen sei, müssten im Sinne des Vorsorgeprinzips sämtliche möglichen Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher getroffen werden, sagte Sima. "Darüber hinaus muss Minister Molterer in Brüssel sofort auf ein unbefristetes Verbot von Tiermehl und ein generelles Verbot von Antibiotika als Leistungsförderer drängen." EU: Fette müssen unter Druck erhitzt werden Zugleich soll die Verwendung von Fleisch verboten werden, das mechanisch von Knochen abgeschabt wurde (Separatorenfleisch). Auch müssten künftig Fette unter Druck erhitzt werden, um so eine Abtötung jener krankmachenden Prionen zu erreichen, die als Erreger von BSE gelten, teilte die Sprecherin von Konsumentenschutzkommissar David Byrne am Mittwoch in Brüssel mit. (APA)