Wien - Die Erlöse von Xbox Technologies, einem wenig bekannten US-Softwareunternehmen, das im letzten Geschäftsjahr knapp 900.000 US-Dollar (rund 965.000 Euro/13 Mill. S) umsetzte, könnten im Jahr 2001 beträchtlich anwachsen. Die kleine Firma in Coconut Grove, Florida, steht nämlich "in Gesprächen" mit Microsoft bezüglich des Namens der neuen Microsoft Videospielkonsole, berichtet das Forbes Magazin. Das sei eine freundliche Umschreibung dafür, dass Microsoft wahrscheinlich einen "dicken Scheck" ausstellen werde, damit es den Produktnamen ohne Einschränkungen benutzen kann, heißt es weiter. Xbox Technologies, eine Holding, die unter anderem elektronische Lernsoftware verkaufe, habe den Namen "Xbox" zuerst im März 1999 beim US-Patentamt angemeldet, sieben Monate vor Microsoft. Microsoft habe bereits 500 Mill. Dollar an Marketingausgaben für die neue mit dem Codenamen Xbox bezeichnete Videospielekonsole vergossen, bevor es im März 2000 beschlossen habe, dass der offizielle Markenname derselbe sein werde. Pauschalgebühr oder Lizenz Der Redmonder Konzernriese habe laut Xbox Technologies-Vorstand John Van Leeuwen ein Angebot seines Unternehmens, den Namen zu kaufen, abgelehnt. Eine wahrscheinlichere Variante werde nun sein, dass Microsoft eine Pauschalgebühr bezahlen oder eine Art Lizenz erwerben wird, damit es den Namen Xbox frei benutzen kann. Microsoft habe bisher keinen Kommentar abgegeben, habe aber bestätigt, dass es mit dem Anwalt von Xbox Technologies spreche. Das Unternehmen ließ ausrichten, dass, obwohl mehrere US-Firmen unter der Bezeichnung Xbox laufen, Van Leuween's Firma die einzige sei, die an Microsoft herangetreten sei. Bisher seien von beiden Seiten keine rechtlichen Schritte unternommen worden. Microsoft werde wahrscheinlich zahlen, um dieses Problem zum Verschwinden zu bringen, so Forbes. Denn das Letzte was Microsoft jetzt brauche, sei ein sich in die Länge ziehender gerichtlicher Streit über den Namen der Konsole. (APA)