Nairobi - Ein drastisches Auftauen der Böden im Nordpolargebiet kann zur Beschleunigung der globalen Klimaerwärmung beitragen. Davor haben Wissenschafter am Mittwoch auf dem Globalen Umweltminister-Forum des UN-Umweltprogramms (UNEP) in der kenianischen Hauptstadt Nairobi gewarnt. Durch das Auftauen der gefrorenen Böden werden demnach bisher eingeschlossene Gase in die Atmosphäre abgegeben, die den Treibhauseffekt vorantreiben. Rund 14 Prozent des weltweit ausgestoßenen Kohlenstoffs lagerten sich in den vergangenen Jahrhunderten nach Kenntnissen der UNEP-Forscher im Bodenfrost des Nordpolargebietes ein. "Der Bodenfrost funktioniert wie ein Kohlenstoff-Auffangbecken. Er hat Kohlenstoff und andere Treibhausgase wie Methan über 1.000 Jahre aufgefangen. Das ist nun vorbei. Stattdessen schmilzt der Frost und setzt die Gase frei", sagte Svein Tveitdal, Direktor des UNEP- Informationszentrums Arendal in Norwegen, das das Auftauen der Arktis beobachtet. Die Erwärmung des arktischen Bodens, das Auftauen und somit seine Aufweichung habe auch Auswirkungen auf Straßen und Gebäude in der Region. Nach Studien der Universität von Alaska in Fairbanks ist dadurch die Belastungskapazität des Bodens um 70 Prozent verringert worden. In einigen Bereichen Sibiriens seien bereits, bedingt durch das Nachlassen des Untergrunds, zahlreiche Gebäude beschädigt. (APA/dpa)