Wien/Helsinki - Die Aktien des weltgrößten Mobiltelefonherstellers, der finnischen Nokia, sind erneut stark unter Druck geraten. Am Mittwoch fiel der Kurs im Tagestief bisher um bis zu 6,75 Prozent auf 33,70 Euro. Das bedeutet nicht nur ein neues Jahrestief sondern auch den tiefsten Stand seit über 14 Monaten. Zuletzt notierte die Aktie Anfang Dezember 1999 auf ähnlich tiefem Niveau. Innerhalb von nur zwei Monaten, seit dem letzten Hoch Anfang Dezember 2000, hat Nokia mehr als 40 Prozent verloren. Ursache für den neuerlichen Einbruch - bereits im Oktober sank der Nokia-Aktienkurs deutlich unter 40 Euro - sind Gerüchte, wonach der finnische Konzern seine eigenen Erwartungen bezüglich Handy-Verkaufszahlen zurücknimmt. Nokia selbst hat bisher jeden Kommentar dazu abgelehnt. Marktteilnehmer in Helsinki gehen davon aus, dass die Verkaufszahlen im Geschäftsjahr eher bei 140 Mill. als bei 180 Mill. liegen werde. Analysten gehen davon aus, dass die Gerüchte zumindest kurzfristig negative Auswirkungen auf den Aktienkurs haben werden. Analysten warnen Ein Kurs in den niedrigen 30ern sollte den Langfristinvestor nachdenklich stimmen, warnen die Analysten von iWatch. Mittelfristig sei jedoch keine Trendwende in Sicht. Von 50 Euro Ende November sei Nokia nun stringent in die Mitte 30 Euro gefallen. Zeichen einer Bodenbildung gebe es noch nicht. In den die nächsten Tage solle man ein Auge auf Nokia haben. Falle der Kurs unter 32 Euro, so gehe es wohl auch noch weiter runter. Finde eine Stabilisierung über diesem Kurs statt, so sei Nokia ein Kandidat zur Langfristanlage. Dabei hat es in den letzten Tagen nach der Verlautbarung der Geschäftszahlen 2000 am 30. Jänner durchwegs Kaufempfehlungen gegeben. Goldman Sachs etwa gab am für Nokia ein Kursziel von 50 Euro bekannt. Die Deutsche Bank senkte ihr Kursziel zwar auf 55 Euro ab, meinte aber, dass sich die attraktiven Fundamentaldaten und die starke Marktposition von Nokia nicht verändert habe. Sie wies aber darauf hin, dass es zur Zeit so scheine, als habe Nokia zum ersten Mal seit mehreren Jahren die Schlüsselfaktoren für die Nachfrage nach Mobiltelefonen nicht mehr völlig unter Kontrolle. Dies sei die Folge einer wachsenden Abhängigkeit des Umsatzes vom Ersatz alter Geräte. Dieser mache im Jahr 2001 bereits 50 Prozent der Nachfrage aus und reagiere besonders sensibel auf Verschiebungen in der Zufriedenheit der Kunden, so die Analysten der Deutschen Bank. Bis gegen 16:30 Uhr konnte sich Nokia vom Tagestief etwas entfernen und notierte mit 34,66 Euro um 4,12 Prozent unter dem gestrigen Schlusskurs. Knapp 20 Mill. Nokia-Aktien in Einfachzählung wurden bis zu diesem Zeitpunkt allein an der Helsinker Heimatbörse gehandelt. (APA)