Klagenfurt - Im Klagenfurter Schlachthof werden ab Donnerstag wieder Rinder, die älter als 30 Monate sind, angenommen. Dies verfügte Bürgermeister Harald Scheucher (V) Mittwoch am Nachmittag im Anschluss an die Sitzung des Stadtsenates. Im Stadtsenat selbst war es zu keiner Einigung gekommen. Während SP und VP für die Schlachtung älterer Tiere plädierten, sprachen sich die Freiheitlichen dagegen aus. Klubobmann Christian Scheider verwies darauf, dass es in sechs Monaten möglich sein werde, BSE-Tests an lebenden Rindern vorzunehmen. Daher sollte die Stadt kein Risiko eingehen. Außerdem sollte eine Entscheidung nicht über den Kopf der Bevölkerung hinweg getroffen werden. "Ich werde im Gemeinderat den Antrag auf eine Volksbefragung stellen", kündigte Scheider an. SP-Klubchef Ewald Wiedenberger verwies auf die positive Stellungnahme von Gesundheitsminister Herbert Haupt (S). "Die tatsächliche Sicherheit für die Klagenfurter Bevölkerung ist nur durch den eigenen Schlachthof gegeben", sagte er. Denn im steirischen Groß St. Florian würden auch aus Salzburg kommende Exportrinder geschlachtet werden. Für Scheucher erfolgt die Öffnung des Schlachthofes für ältere Rinder "im Interesse der Sicherheit und zum Schutz der Klagenfurter Konsumenten". Daher werde es nur eine Schlachtung von in Kärnten geborenen und aufgewachsenen Rindern geben. Alle Schlachtabfälle und -abwässer werden bis zum Vorliegen der BSE-Schnelltest durch die Untersuchungsanstalt Ehrental in eigenen Tanks gesammelt. Sollte es einen positiven Test geben, können die gesamte Anlage und alle Abwässer mit Natronlauge desinfiziert werden. "Dadurch ist größtmöglicher Schutz gegeben", sagte der Bürgermeister. (APA)