München - Seit Jahren hält sich hartnäckig das Gerücht, Schokolade enthalte Rinderblut. Mit der BSE-Krise scheint sich in den Köpfen vieler Menschen jetzt auch die Idee einzunisten, in gelatinehaltigen Gummibärchen, in Torten, Joghurts oder Gelee-Puddings stecke der Erreger von Rinderwahn. Verbraucherschützer und Hersteller versichern aber immer wieder, dass das BSE-Risiko von Speisegelatine nahezu bei null liege. Die Verunsicherung ist groß. Mütter verbieten ihren Kindern Fruchtgummis und Kaubonbons. Sulz und Fisch in Aspik sind vom Speiseplan gestrichen. Nach Angaben der deutschen Stiftung Warentest wird Gelatine zu 90 Prozent aus Schweineschwarten hergestellt. Das ist viel billiger als die Gewinnung aus Rinderrohstoffen. Außerdem eignet sich die elastische, klare Eiweißmasse aus Schweinehaut sehr gut für die Produktion. Einige Lebensmittel wie Gummibärchen enthalten ausschließlich Schweinegelatine, bei deren aufwendiger Herstellung und Ultrahocherhitzung sämtliche Keime und Erreger abgetötet werden. "Gelatine für Lebensmittel ist unbedenklich" betont Christiane Schäfer, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Frankfurt. "Der Stoff ist sicher", meint auch Kollegin Stefanie Ludes von der Verbraucher Initiative Bonn. Haribo-Sprecher Franz-Josef Weihrauch merkt an, dass Gelatine zu den am besten untersuchten Lebensmitteln in Deutschland gehöre. (AP)